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Flüchtlinge - Erneut mindestens 21 Menschen im Mittelmeer ertrunken

Insgesamt 72 Menschen konnten gerettet werden

Bei einer erneuten Havarie eines Flüchtlingsboots auf dem Mittelmeer sind vermutlich mindestens 21 Menschen ertrunken. Wie die Rettungsorganisation SOS Méditerranée am Montag weiter mitteilte, konnte sie insgesamt 72 Menschen retten. Die Migranten waren mit zwei Booten von Libyen aus Richtung Europa aufgebrochen: 51 mit einem Holzboot, und weitere 130 auf einem Schlauchboot.

Überlebende Passagiere des Holzboots berichteten, einige Migranten hätten nachts Panik bekommen, so dass das überfüllte Boot ins Schaukeln kam und kenterte. Unter den 21 Toten sei auch mindestens eine schwangere Frau.

Das Schlauchboot wurde von der libyschen Küstenwache abgefangen. Es habe sich bereits in internationalen Gewässern befunden, so die Helfer. Von ihm entkamen 42 weitere Menschen.

Die Überlebenden wurden zunächst von einem zypriotischen Frachter aufgenommen und am Samstag vom Rettungsschiff "Aquarius" übernommen, das SOS Méditerranée gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen betreibt.

Die libysche Küstenwache verhielt sich der Organisation zufolge aggressiv gegenüber den Seenotrettern. Ein Patrouillenboot der Küstenwache sei mit hohem Tempo auf Kollisionskurs auf die "Aquarius" zugefahren und habe nicht auf Funksprüche geantwortet.

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