Falscher Pfarrer wurde in Linz verurteilt:
15 Monate unbedingte Haft für Betrüger

40-Jähriger versprach Pensionist Sex in Badewanne Statt Schäferstündchen wurde Opfer bestohlen

Ein 40-jähriger Oberösterreicher, der sich als falscher Pfarrer das Vertrauen seiner Opfer erschlichen hat, ist wegen gewerbsmäßigen Diebstahls und Betrugs vom Landesgericht Linz zu 15 Monaten unbedingter Haft verurteilt worden. Unter anderem hatte er einem Pensionisten Sex mit seiner Lebensgefährtin - sie fasste sieben Monate bedingt aus - in der Badewanne in Aussicht gestellt, stattdessen bestahl er ihn. Beide Sprüche sind rechtskräftig.

Der Mann, der bereits 13 Vorstrafen hat, hatte als Freigänger einen eher ungewöhnlichen Job: Er war "Leasing-Mesner" in einer Linzer Pfarre. Als solcher hat er sich an der kirchlichen Blumenkasse vergriffen und rund 140 Euro entwendet. Durch seine Funktion als Mesner, sei er öfter als "Pater" angesprochen worden, erzählte der Angeklagte. Später habe er sich auch selbst mehrmals als Geistlicher ausgegeben: "Die Leute haben mir vertraut." Meist habe er ihnen die Geschichte aufgetischt, zwar Pfarrer zu sein, aber aus Liebe zu seiner Freundin das Amt niedergelegt zu haben. Der Gesamtschaden, den der Angeklagte verursacht haben soll, liegt bei mehreren hundert Euro.

Die 48-jährige Lebensgefährtin des Oberösterreichers, unterstützte den falschen Pater bei seinen Umtrieben und bekam dafür sieben Monate bedingt wegen gewerbsmäßigen Diebstahls. Unter anderem bestahl das Paar einen Pensionisten. Der Mann stellte dem 64-Jährigen ein sexuelles Abenteuer mit seiner Freundin in Aussicht. Er empfahl ihm, "sich zu kultivieren" und schickte ihn in die Badewanne. Während er im Wasser lag und auf die Frau wartete, hörte der Pensionist Geld klimpern. Daraufhin sei ihm klar geworden, "was da läuft" und er habe das Pärchen aus der Wohnung geworfen, schilderte er vor Gericht. Etwa 100 Euro hätten daraufhin gefehlt.

Richter Klaus-Peter Bittmann bezeichnete es als "unglaublichen Fall", dass der 40-Jährige trotz seiner 13 Vorstrafen - darunter Raub und Brandstiftung - vorzeitig aus der Haft entlassen worden sei. Das Gutachten, das dies empfohlen habe, sei "völlig verfehlt" und "lebensfremd" gewesen. Der Angeklagte zeigte sich reuig und geständig. Er wurde zu 15 Monaten unbedingter Haft verurteilt, außerdem wurde eine bedingte Strafe widerrufen, so dass er insgesamt 18 Monate absitzen muss.

(apa)