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Diese Länder investieren
am meisten ins Militär

Brisant: USA investiert am meisten, ihre Überlegenheit lässt jedoch nach

Fakten - Diese Länder investieren
am meisten ins Militär © Bild: iStock Photo

Welche Länder stecken am meisten Geld in ihre Verteidigung? Und welche Staaten verwenden die fortgeschrittensten militärischen Methoden? Wer davon ist im Endeffekt überlegen? Das Internationale Institut für Strategische Studien (IISS) liefert mit einer Studie dafür Antworten.

Die überraschende Kernaussage: Die Überlegenheit des Westens in der Militärtechnologie lässt nach, obwohl die USA von allen Ländern immer noch am meisten Geld für ihr Militär in die Hand nehmen. Es sind vor allem China und Russland , die bei der "Entwicklung und Verwendung fortgeschrittener militärischer Fähigkeiten zunehmend aktiv" sind.

Militär China
© Kevin Frayer/Getty Images China unter Top 3 Militärmächten
© Host photo agency / RIA Novosti via Getty Images Russland unter Top 3 Militärmächten

Militär der Zukunft: Cyber-Waffen & Drohnen

"Früher hatten wir den Eindruck, dass die westlichen Staaten bei Technologien an der Spitze lagen", sagte IISS-Leiter John Chipman der Nachrichtenagentur AFP. Der technologische Abstand werde aber kleiner. Im 21. Jahrhundert gehe es nicht mehr nur um Flugzeuge, Panzer und Kriegsschiffe, wenn von Militärtechnologie die Rede sei, sondern auch um Cyber-Sicherheit, Cyber-Waffen und Drohnen.

Diese Länder geben am meisten Geld fürs Militär aus

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© www.iiss.org

Bei den Militärausgaben nehmen die USA noch immer mit weitem Abstand den ersten Platz ein. Sie lagen 2015 laut IISS bei 597,5 Milliarden Dollar (528 Milliarden Euro). Danach kamen China mit 145,8 Milliarden Dollar , Saudi-Arabien mit 81,9 Milliarden Dollar , Russland mit 65,6 Milliarden Dollar und Großbritannien mit 56,2 Milliarden Dollar . Der Anteil der Militärausgaben am Bruttoinlandsprodukt in den USA fiel zwischen 2010 und 2015 von 4,63 Prozent auf 3,27 Prozent.

Die Studie spart auch nicht mit deutlicher Kritik an Europa: Bedrohungen und Risiken seien gewachsen, doch Europa habe sich von der langen Phase der Reduzierung seiner Verteidigungsausgaben nach dem Mauerfall 1989 noch nicht erholt. So hätten Großbritannien und Frankreich etwa beim Golfkrieg 1991 über 475 bzw. 579 moderner Kampfjets verfügt - heute gebe es nur noch jeweils 194 bzw. 271 Kampfjets. In dieser Zeit hätten Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien sowie die USA in Europa die Zahl ihrer Kampfbataillone von 649 auf 185 reduziert.

Komplexe Balance

Grundsätzlich heißt es, die Verbreitung fortgeschrittener militärischen Fähigkeiten führe zu einer "zunehmen komplexeren Balance militärischer Macht" in der Welt. Marschflugkörper, Drohnen und Cyberwaffen seien in den vergangenen Jahren immer mehr Ländern zugänglich geworden als bisher. Dadurch verliere der Westen langsam den seit langem gehaltenen militärischen Vorsprung.

Auch mit Blick auf den Terrorismus heißt es in den Bericht grundsätzlich: "Das globale Sicherheitsumfeld ist heute vielleicht eine größere Herausforderung denn je seit Ende der 1980er-Jahre."

China und Russland immer moderner

China und Russland seien dabei, ihre militärischen Arsenale zu modernisieren. So entwickle China etwa neue hochmoderne Zerstörer vom Typ 052D, zudem habe es den Bau eines Flugzeugträgers angekündigt. Darüber hinaus weite Peking seine militärischen Aktivitäten etwa im Südchinesischen Meer aus.

Russland habe etwa neue Marschflugkörper vom Typ Kh-101 und Kh-555 mit Reichweiten von bis zu 4.000 Kilometer in Dienst gestellt. Zudem konzentriere Moskau militärische Kapazitäten zunehmend im Westen, was die Lage in den baltischen Staaten beeinflussen könnte.

In der Golfregion könnten sich nach der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran auch Veränderungen im militärischen Gleichgewicht ankündigen, sollte sich Teheran zu einer Modernisierung seiner Waffensysteme entscheiden.

Ein Ursache der Entwicklung sei es, dass komplizierte Rüstungstechnologie zunehmend im Privatsektor entwickelt werde und nicht länger in staatlich finanzierten Forschungseinheiten. Somit sei es für Regierungen auch schwieriger geworden, die Verbreitung dieser Technologien im Auge zu behalten und zu begrenzen.

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