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Italien-Beben: Über 5.000 Kulturschätze beschädigt

Von der Basilika des Heiligen Benedikts in Norcia bis zum Kirchturm von Amatrice

Das heftige Erdbeben vom Sonntag hat in Mittelitalien zahlreiche Kulturschätze zerstört. Über 5.000 Hinweise auf Schäden seien in Rom eingegangen, meldete die Generalsekretärin des Kulturministeriums, Antonia Pasqua Recchia.

Allein in der Stadt Norcia in Umbrien, Epizentrum des verheerenden Bebens, wurden mehrere historische Kirchen verwüstet, darunter die aus dem 14. Jahrhundert stammende Basilika des Heiligen Benedikts, die Kathedrale Santa Maria Argentea aus dem 9. Jahrhundert nach Christus und die um das Jahr 1385 erbaute Kirche des Heiligen Franziskus. Der Kirchturm der Kathedrale war bereits im 16. Jahrhundert eingestürzt. Im 18. Jahrhundert brach wegen eines Erdbebens der gotische Turm ein. Die Kirche des Heiligen Franziskus beherbergt ein wertvolles Archiv.

Die neuen Erdstöße in Mittelitalien haben auch in dem im August von einem Erdbeben schwer getroffenen Ort Amatrice Schäden angerichtet. Der Kirchturm des Ortes, der damals die Stöße noch weitgehend überstanden hatte, stürzte ein. Kalkputz fiel von der Decke des bekannten Doms von Orvieto, die Schäden würden jedoch nur gering sein, hieß es.

Auch in Rom, in dem das Erdbeben am Sonntag stark zu spüren war, kam es zu Schäden. Zwei Kirchen im Stadtzentrum wurden aus Sicherheitsgründen geschlossen. Risse bildeten sich in der von Francesco Borromini konstruierten Kuppel der Kirche Sant Ivo alla Sapienza im Zentrum der Ewigen Stadt. Das Kolosseum und die Peterskirche wurden Kontrollen unterzogen.

Das Erdbeben belastete vor allem die Region Marken. Aus Sicherheitsgründen wurde vorübergehend Palazzo Leopardi in Recanati, Heimatort von Italiens romantischem Nationaldichter Giacomo Leopardi, geschlossen. Die Villa San Leopardo, Wohnhaus des Dichters, erlitt Schäden. In der Ortschaft Visso war bereits beim Erdbeben am Mittwoch das lokale Museum beschädigt worden, in dem Manuskripte Leopardis aufbewahrt wurden, darunter der Text mit dem bekannten Gedicht "L ́Infinito". Die Manuskripte sollen nun vorübergehend in ein Museum in Bologna verlegt werden.

Der italienische Kulturminister Dario Franceschini plädierte für Spenden, um die beschädigten Kunstschätze zu retten. Er versprach den vollen Einsatz der Regierung zur Rettung des Kulturerbes in Mittelitalien.

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