Ex-BAWAG-Boss mit 'Gedächtnislücken': Interessante Pensionsregelungen für Elsner

Steuerberater: Elsner-Abfindung auch gut für Bank Gancz: ÖNB-Prüfbericht im Ministerium "eingelegt"

Ex-BAWAG-Boss mit 'Gedächtnislücken': Interessante Pensionsregelungen für Elsner

Im BAWAG-Prozess wurden am 43. Verhandlungstag wieder Zeugen befragt. Zur Pensionsabfindung von Ex-BAWAG-Chef Elsner konnte dessen Steuerberater, Gerhard Nidetzky, nur teilweise Auskünfte geben. Der noch immer aktive BAWAG-Vorstand Herbert Legradi betonte, er habe erst im Herbst 2005 von den hohen Verlusten der Bank erfahren.

Der frühere langjährige Spitzenbeamte im Finanzministerium, Alexander Gancz, verteidigte das "Einlegen" des Prüfberichts der Nationalbank zur BAWAG im Jahr 2001 im Finanzministerium.

Laut Anklage soll sich Elsner seine im Jahr 2000 genehmigte Pensionsabfindung betrügerisch erschlichen haben, indem er unter anderem dem Aufsichtsrat die die BAWAG in ihrer Existenz bedrohenden Verluste aus den Karibik-Geschäften verschwieg. Damals war Elsner noch aktiv, es standen aber steuerliche Änderungen für derartige Abfindungen bevor. Nidetzky konnte letzten Endes keine Antwort darauf geben, weshalb entgegen der Genehmigung des Aufsichtsrats als Bemessungsgrundlage Elsners - deutlich höherer - Jahresbezug 2001 und nicht jener aus 2000 herangezogen wurde, was für den vormaligen Aufsichtsratspräsidenten Günter Weninger "eindeutig" nicht in Ordnung war. Bei einer Steuerprüfung im Jahr 2003 sei jedenfalls die Einbeziehung der Gehaltserhöhung ohne Einschränkung gebilligt worden, stellte Nidetzky dazu fest.

Herbert Legradi wurde laut seiner Zeugenaussage von den Verlusten der BAWAG - laut Anklage zwischen 1998 und Ende 2000 rund 1,44 Mrd. Euro - erst im Herbst 2005 informiert. Damals sei von einer Mrd. Euro Verlust gesprochen worden, der aber im Zuge der BAWAG-PSK-Verschmelzungsbilanz bereits "verarbeitet" worden sei.

(apa/red)