Eva Glawischnig ist neue Chefin der Grünen:
Zustimmung von 97,4% bei Bundeskongress

Standing Ovations für das beste Ergebnis aller Zeiten Restliche Opposition ortet "Linksruck der Grünen"

Eva Glawischnig ist neue Chefin der Grünen:
Zustimmung von 97,4% bei Bundeskongress © Bild: APA/Eggenberger

Mit einem historischen Votum von 97,4 Prozent ist Eva Glawischnig am Samstag auf den Chefsessel der Grünen getragen worden. Das ist das beste Ergebnis in der Geschichte ihrer Partei. Für ihre Amtszeit wünschte sich die langjährige Stellvertreterin ihres Vorgängers Alexander Van der Bellen eine gewisse "Fehlerverständlichkeit".

Van der Bellen selbst wünschte seiner Nachfolgerin "sehr gute Nerven" wegen oft "diametral entgegengesetzter Erwartungen". 228 von 234 gültigen Stimmen fielen beim Bundeskongress für Glawischnig aus. "Intern würde ich mir eine gewisse Akzeptanz wünschen, dass man nicht immer alles richtig macht", war sie zuvor auf die hohen Erwartungen eingegangen. Die Europa-Frage - das derzeit brennendste Thema bei den Grünen - ließ sie aus. Dafür gab es Appelle zu Energiewende und sozialer Gerechtigkeit. Schon vor dem Votum hatte es Standings Ovations für Glawischnig gegeben, ebenso wie für ihren Vorgänger Van der Bellen.

Die Überraschung über die hohe Zustimmung für Glawischnig war auch unter den Grünen groß. Bundesgeschäftsführerin Sburny sowie Bundesparteisekretär Lockl freuten sich unisono über die Geschlossenheit. Mit einem schlichten "sehr gut" kommentierte Peter Pilz das Votum, Werner Kogler freute sich über eine "hervorragende Wahl".

Opposition lästert mit lockerer Zunge
Ätzende Kommentare zur Wahl Glawischnigs gab es hingegen von den anderen beiden Oppositionsparteien. "Der Spagat zwischen Gucci und Birkenstock wird für die neue Bundesvorsitzende der Grünen nicht machbar sein", ließ FPÖ-Generalsekretär Vilimsky die Öffentlichkeit wissen. Er rechnet mit einem "deutlichen Linksruck bei den Grünen". Und BZÖ-Generalsekretär Strutz sieht mit dem Bundeskongress schon den "Niedergang der kleinsten Parlamentspartei im Wahljahr 09 eingeleitet". (apa/red)