Erste Betonkugeln in Schlammvulkan auf Indonesien versenkt: Ströme nicht gestoppt

Markanter Rückschlag durch gerissenes Stahlseil

Erste Betonkugeln in Schlammvulkan auf Indonesien versenkt: Ströme nicht gestoppt

Die Bemühungen der indonesischen Regierung, mit Betonkugeln giftige Schlammströme im Osten der Insel Java zu stoppen, haben einen Rückschlag erlitten. Das Stahlseil, an dem die bis zu 250 Kilogramm schweren Kugeln in den Krater versenkt werden sollen, sei gerissen, teilten die Behörden mit. In den kommenden Wochen sollen fast 1.500 Kugeln die Schlammströme in Surabaya eindämmen.

Bisher seien vier Betonkugeln in den Krater hinabgelassen worden, sagte Behördensprecher Rudi Novrianto. Sie seien mit Sensoren ausgestattet, um Druck und Tiefe zu messen.

Der heiße und giftige Schlamm tritt seit neun Monaten aus einem Spalt an einer Bohrstelle für Erdgas aus und hat bereits tausende Häuser überschwemmt. 13.000 Menschen wurden in die Flucht getrieben. Durch die Betonkugeln soll der Ausfluss um 70 Prozent vermindert werden. Kritiker befürchten dagegen, dass durch den unterirdischen Druck der Schlamm lediglich an einer anderen Stelle zu Tage tritt. Derzeit wird er über ein System von Kanälen in einen nahe gelegenen Fluss und von dort ins Meer geleitet.

Wissenschaftler vermuten, dass Fehler bei der Gasförderung die Ströme ausgelöst haben könnten. Die Regierung hat das Förderunternehmen PT Lapindo Brantas zu Schadensersatzzahlungen von 420 Millionen US-Dollar (320 Millionen Euro) aufgefordert. (apa)