Ein Leben für die Information: "ZiB"-Mann Hans Georg Heinke verabschiedet sich!

Seine letzten Worte im TV: "Leben Sie wohl, adieu!" Heinke ist längstdienender Moderator der "ZiB"

Ein Leben für die Information: "ZiB"-Mann Hans Georg Heinke verabschiedet sich! © Bild: apa/Artinger

"Leben Sie wohl, adieu!" Mit diesen Worten verabschiedete sich Hans Georg Heinke am 25. August 2008 von den Zusehern der "ZiB" um 13.00 Uhr. Heinke, der seit 1969 beim ORF war, moderierte seit 1980 durchgehend die ORF-Nachrichtensendung, zunächst die "Zeit im Bild" um 19.30 Uhr, seit 1995 war er Hauptmoderator der "ZiB"-Kurzausgaben.

Damit ist Heinke (63) der längstdienende Moderator von "ZiB"-Sendungen im ORF. "Der ORF ist Hans Georg Heinke zu großem Dank verpflichtet: Er hat mit seinem Stil, seinem Format und seiner Kompetenz ganz wesentlich dazu beigetragen, dass die wichtigste Nachrichtensendung des ORF zu einem Aushängeschild des Senders geworden ist", so ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser.

"Hans Georg Heinke ist ein ORF-Nachrichtenmann mit unverwechselbarem Moderationsstil. Er hat das Gesicht der ORF-Information vier Jahrzehnte lang mitgeprägt. Mit Heinke geht ein äußerst kompetenter Vollblut-ORF-Moderator in Pension", so TV-Chefredakteur Karl Amon.

"Die Droge Newsroom hat mich voll erfasst!"
"Je näher es zum Ende gekommen ist, umso mehr hat es mich im Bauch erwischt. Dann ist das Gefühl aufgekommen, das ist jetzt meine letzte Sendung", so Hans Georg Heinke nach der Moderation seiner letzten "ZiB" am 25. August. "Es gibt ein Leben nach dem ORF, aber der Bauch ist ein bisschen traurig. Die Droge Newsroom hat mich voll erfasst." Begonnen hat alles beim Jusstudium in Salzburg in den 1960er Jahren: "Damals habe ich nebenbei beim Radio in Salzburg bei den Festspielen gearbeitet. Dieses Virus hat mich mein ganzes Leben nicht mehr losgelassen." Neben Theater spielen und einer Arbeit als Volontär bei einer Tageszeitung bewarb sich Heinke als Aushilfssprecher beim ORF und "da habe ich gewusst, das ist viel mehr das, was ich machen möchte, viel mehr als Beamter, Richter oder Anwalt zu werden".

Nach einem Jahr im Landesstudio Salzburg (1969 bis 1970) war für Heinke klar: "Die Welt der bewegten Bilder ist meine Welt." Das Filmen zählt seit jeher zu einer seiner Lieblingsbeschäftigungen, dem er sich auch nach "dem Leben im ORF" widmen will. Am 1. Oktober 1970 wurde Heinke beim ORF in Wien angestellt. Bis Ende 1974 war er in der Öffentlichkeitsarbeit unter Kurt Bergmann und Gerhard Weis. Ab 1971 war er auch am Bildschirm präsent: Zunächst im "Postfach 7000", der damaligen Kundendienst-Sendung, als Nachfolger von Eva-Maria Klinger. Für diese Sendung gestaltete Heinke auch zahlreiche Beiträge. Er moderierte außerdem eine tägliche Programmvorschau-Sendung, die Sendung "Lumieres Kinder" über Amateurfilme und, als Vorgänger von Frank Hoffmann, den "Trailer". 1975 kam Hans Georg Heinke zum Aktuellen Dienst Fernsehen, zunächst in die Auslandsredaktion von Hans Benedict. Diese Tätigkeit führte Heinke u. a. in den Irak (Krieg Iran-Irak), nach Zypern, Saudi-Arabien, Indien und in die damaligen Ostblockländer. Ab 1980 war Heinke "Leitender Redakteur", "Chef vom Dienst" und Moderator der "Zeit im Bild 1". Seit März 2004 präsentiert Hans Georg Heinke auch das TW1-Magazin "Einsatz", das sich mit der Thematik der Landesverteidigung, des Katastrophenschutzes und der Sicherheit in Europa befasst.

Heinkes Highlights: Vom Newsroom aufs Tanzparkett
In vier Jahrzehnten Nachrichteninformation gab es für Heinke selbstverständlich viele Highlights - besonders in Erinnerung sind ihm die Berichterstattung über den OPEC-Überfall, die Explosion der Raumfähre Challenger sowie die Anschläge auf das World Trade Center. Im Frühjahr 2006 stand er gemeinsam mit Profipartnerin Elke Gehrsitz auf dem Parkett der ORF-"Dancing Stars". Diese Zeit zählt zu Heinkes Highlight abseits des Newsrooms: "Die Zuschauer nehmen uns Nachrichtenmoderatoren - zumindest bis zur Reform im Vorjahr - als Menschen ohne Unterleib wahr, mit 'Dancing Stars' war klar: Die haben ja auch Beine und Taktgefühl. In der 'ZiB' berichten wir viel über Kriege und Katastrophen, mit 'Dancing Stars' haben wir das Publikum unterhalten können. Das Tanzvirus hat mich wirklich erfasst", so Heinke, der jetzt auf Urlaub nach Tunesien reist, um dann das zu machen, was er nicht lassen kann: filmen. (red)