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Ein besseres Image als Honig hat kaum ein anderes Lebensmittel.

Ein besseres Image als Honig hat kaum ein anderes Lebensmittel.

Doch die heile Welt der emsigen Bienen ist bedroht: Krankheiten und Umwelteinflüsse setzen den Bienenvölkern in Mitteleuropa zu.

Inzwischen stammen z.B. 80 Prozent des in Deutschland verzehrten Honigs aus dem Ausland. Damit wächst zwar die Sortenvielfalt. Zugleich kommen jedoch auch Billighonige auf den Markt, die nicht immer hiesigen Qualitätsanforderungen entsprechen. Generell könne man aber nicht sagen, dass ausländischer Honig von schlechterer Qualität sei, so Heinrich Schulze vom Honig-Verband. Er räumt zwar ein, dass das Verbot einer Antibiotika-Behandlung der Bienen nicht in allen Ländern gleichermaßen gilt. Die Importeure nähmen allerdings meist schon im Herkunftsland und spätestens bei der Verarbeitung in Deutschland Proben von jeder Ladung Honig.

Für deutschen Honig sind die Perspektiven düster: Rund eine Million Bienenvölker gab es noch vor wenigen Jahren, "seither ist ein dramatischer Rückgang zu verzeichnen", sagt Prof. Jürgen Tautz, Bienenforscher an der Universität Würzburg. Der genaue Grund ist unklar: Laut Tautz spielen Krankheiten eine Rolle, aber auch der Pestizid-Einsatz in der Landwirtschaft. Hinzu kommt, dass langsam aber stetig auch die Imker aussterben: Viele sind im Pensionsalter - nur selten finden jüngere Menschen Spaß an dem aufwendigen Hobby.

Als gesund gilt der Honig vor allem wegen seiner Enzyme, denen in Verbindung mit dem enthaltenen Frucht- und Traubenzucker sogar eine antibakterielle Wirkung zugeschrieben wird. Wissenschaftlich gesichert ist das nicht, aber eine heiße Milch mit Honig ist laut Kull immer noch ein probates Hausmittel: "Die Milch sollte allerdings nicht über 40 Grad erhitzt werden." Von dieser Temperatur an werden die Enzyme zerstört, und auch die Vitamine schwinden.

Wer Honig zum Backen, zum Kochen oder für den Tee verwendet, bewahrt daher allenfalls den Geschmack der süßen Zutat. "Interessant ist er als Beigabe zu Salaten", rät Kull - da gebe er eine eigene Geschmacksnuance dazu, ohne dass die Inhaltsstoffe durch Hitze zerstört werden. Zu Hause sollte der Honig kühl und dunkel gelagert werden. "14 Grad sind die Idealtemperatur", empfiehlt Kull.