Die umkämpfte Pufferzone am Golan:
Österreich aus Tradition im UNO-Einsatz

Bereits 24.000 Österreicher leisteten hier ihren Dienst Teilnahme an UNO-Mission Bestandteil der Neutralität

Die umkämpfte Pufferzone am Golan:
Österreich aus Tradition im UNO-Einsatz © Bild: APA/HOPI-MEDIA/Holzner

Im Rahmen der UNDOF-Mission "United Nations Disengagement Observer Force" sind derzeit 387 österreichische Blauhelm-Soldaten auf dem Golan stationiert. Die zu Syrien gehörenden Golan-Höhen wurden im Sechs-Tage-Krieg 1967 von Israel erobert und 1981 annektiert. Die UNO ist seit 1974 um Friedenssicherung bemüht.

Die Mission am Golan ist der traditionsreichste österreichische Auslandseinsatz. Seit 1974 versahen über 24.000 österreichische Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst in dieser Region. Das österreichische Kontingent (Austrian Contingent AUCON/UNDOF) verfügt über verschiedene gepanzerte Fahrzeuge, darunter Radpanzer "SISU" und Mannschaftstransportpanzer M-113. Es überwacht das Truppentrennungsabkommen zwischen Israel und Syrien.

Das Hauptquartier befindet sich seit 1994 im Camp Faouar. Die Gesamtstärke von UNDOF beträgt aktuell 1035 Soldatinnen und Soldaten. Derzeit beteiligen sich neben Österreich auch Indien, Japan, Kroatien und die Philippinen an UNDOF. Das österreichische Kontingent ist vorwiegend im Rahmen des Austrian Battalion (AUSBATT) eingesetzt (Stabskompanie und zwei Einsatzkompanien). Eine weitere Einsatzkompanie des AUSBATT wird durch Kroatien gestellt.

"Kernelement" österreichischer Neutralität
Nach den Unruhen im Libanon im Jahr 2006, also in unmittelbarer Nachbarschaft von UNDOF, gab es laut Experten "keine signifikanten Entwicklungen im Sinne einer Lageverschärfung". Durch ein 1974 von den USA initiierten Entflechtungsabkommen gibt es eine "A-Linie"im Westen, die von den Israelis nicht überschritten werden darf, und eine "B-Linie" im Osten, die von den Syrern nicht überschritten werden darf. Dazwischen liegt die entmilitarisierte Pufferzone (Area of Separation), die von UNDOF überwacht wird.

Die Beteiligung des österreichischen Bundesheeres an UNO-Einsätzen hat lange Tradition und gilt als Kernelement der "aktiven Neutralitätspolitik" seit 1955. 1960 ging erstmals ein Kontingent in den Kongo, um dort ein Feldlazarett zu betreiben. In den sechziger und siebziger Jahren folgten die großen UNO-Blauhelm-Missionen in Zypern und auf den Golan-Höhen. Während der Zypern-Einsatz Ende 2004 weitgehend beendet wurde, sind auch heute noch Österreicher auf dem Golan stationiert. Die im Rahmen der UNO-Mission MINURCAT im zentralafrikanischen Tschad eingesetzten österreichischen Soldaten sind am 11. Dezember nach Österreich zurückgekehrt.

(apa/red)