Der Diktator von

Gags mit Message

Sacha Baron Cohen erobert jetzt die Kinos mit grenzenlosem Schmähfeuerwerk

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    Der Diktator

    Zoey (Anna Faris) rettet den "Diktator" wieder einmal aus der Zwickmühle.

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    Der Diktator

    Dieser war nämlich mit Freund Nadal verhaftet worden.

Gags, Gags, Gags. Die vordergründig wohl naheliegendste Beschreibung von „Der Diktator“ ist nach „Borat“ und „Brüno“ der dritte Kinofilm des britischen Komikers. Und dabei scheint die Gürtellinie für Cohen wieder einmal unsichtbar zu sein.

Die von Sacha Baron Cohen angelegte Figur des Diktators General-Admiral Aladeen von Wadiya hat nicht nur zufällig Ähnlichkeit mit realen Figuren wie Kim Jong-Il, Osama bin Laden oder Muammar Al-Gaddafi. Als Machthaber von Wadiya steht der Diktator, wie es sich eben so gehört, auf Atombomben, Hinrichtungen und jede Menge Frauen. Und natürlich auch auf seinen Bart, der sein Markenzeichen ist.

Dieser, bzw. das plötzliche Nicht-mehr-Vorhandensein dieses Bartes , ist es auch, was die Story ins Rollen bringt: Aladeen reist nach New York, wo er sich vor der UNO für sein Atomprogramm rechtfertigen soll, wird aber durch ein Komplott seines machthungrigen Onkels (Ben Kingsley) seiner Gesichtsbehaarung beraubt und dann durch einen Doppelgänger ausgetauscht, da er selbst nicht mehr erkenntlich ist. So muss sich Aladeen als einfacher Bürger in New York durchschlagen, bis er sich – wenig überraschend – wieder in seine alte Funktion zurückkämpft. Natürlich erfährt er währenddessen durch das Finden der Liebe (zu Ökoladen-Besitzerin Anna Faris) eine Läuterung.

Gag-Feuerwerk inklusive Blindgänger
Komplexität ist es auch bestimmt nicht, was diese Story auszeichnet, die dennoch in sich sehr stimmig ist. Und mit der Rede des Diktators am Ende, in der Cambridge-Absolvent Cohen den Amerikanern die Vorzüge einer Dikatatur erklären will und damit das US-System beschreibt, wird sogar noch eine Message beigesteuert. Doch Komplexität oder Aussagekraft ist wohl auch nicht das Ziel dieses Gagfeuerwerks, sondern genau jenes: Gags, Gags, Gags. Oberhalb, unterhalb oder direkt an der Gürtellinie; wie üblich kennt Sacha Baron Cohen keine Grenze und so stehen politisch unkorrekte Witze neben zahlreichen Sex-Witzen, ebenso wie auch gelungene Lacher sich mit semi-originellen Schmalspurschmähs abwechseln. Schade nur, dass die Witze ersterer Kategorie bereits alle in der Vorschau verpulvert wurden. Denn hat man den Trailer gesehen, kann man sich den Kinobesuch getrost sparen. Ansonsten: Viel Spaß!