Das Rasseportrait des Rottweiler: Was steckt hinter dem mächtigen "Schaf im Wolfspelz".

Ursprung: Sie zählen zu den ältesten Hunderassen Zeichnen sich durch Menschenfreundlichkeit aus

Das Rasseportrait des Rottweiler: Was steckt hinter dem mächtigen "Schaf im Wolfspelz".

Der Rotweiler zählt zu den Hunderassen, die vielleicht schon bald dazu verplichtet werden, den Hundeführschein abzulegen. Der Anstoß dafür war ein tragischer Vorfall in NÖ, bei dem ein Rottweiler ein Kind getötet hat. Dass menschliches Versagen zu solchen Unfällen führt ist nebensächlich. Leidtragend ist in diesem Fall der Rottweiler. Was aber verbrigt sich unter dem Hundefell für ein Wesen?

Aufgabe
Seine ursprüngliche Aufgabe war das Treiben und Bewachen von Grossviehherden. Ferner sollte er seinen Halter und dessen Eigentum verteidigen. Aber auch zum Ziehen des Fleischerkarrens wurden diese Hunde regelmässig eingesetzt.

Herkunft
Gehört zu den ältesten Rassen. Sein Ursprung geht bis in die Römerzeit zurück. Reichsstadt Rottweil war im 19. Jahrhundert ein ausgesprochenes Viehhandels-Zentrum, von wo Rinder und Schafe in andere Gebiete getrieben wurden. Durch Aufkommen der Eisenbahn und anderer Fahrzeuge verlor der Rottweiler seine Aufgabe. Die Metzger züchteten diesen Hund ausschliess-lich auf Leistung. Im Laufe der Zeit entstand ein hervorragender Hüte- und Treiberhund, der auch als Zughund Verwendung fand. Als Anfang des 20. Jh. die Polizei Hunde für den Polizeidienst suchte, zeigte sich sehr schnell, dass der Rottweiler für diese Aufgaben besonders geeignet war. Bereits im Jahre 1910 wurde der Rottweiler offiziell als Polizeihund anerkannt.

Arbeitsweise
Er ist ein „Trotter“ und kann weite Distanzen zurücklegen. Seine Ausstrahlung und Kontrolle bei Schafen ermöglicht es ihm, kraftsparend zu arbeiten. Vor allem bei Schafen hat er gute Kontrolle und kann mit minimalstem Energieaufwand die Herde lenken. Da er seine Schnauze beim Treiben nicht verwendet, ist es für ihn wichtig, von Anfang an die Kontrolle über das Vieh zu übernehmen.

Bei der Arbeit mit Grossvieh sucht er sich das Leittier und misst sich mit ihm. Sobald er diesem Tier seine Kontrolle und Dominanz bewiesen hat, wird er sich zurückziehen und seiner Arbeit auf Distanz nachgehen. So kann er Kraft sparen.

Der Rottweiler bellt sehr kräftig wenn notwendig und benutzt bei der Arbeit mit Vieh eine sehr einschüchternde Art. Beim Treiben von Schafen ändert er ganz natürlich seine Arbeitsweise, benutzt weniger Kraft. Bei Rindern setzt er manchmal seinen ganzen Körper und seine Schultern ein, darum sollte der Rottweiler nie mit behorntem Vieh arbeiten.

Rottweiler hat zu wenig Kraft um das Vieh von hinten zu treiben, wurde darum hauptsächlich an den Seiten der Herde eingesetzt, um die Herde zu lenken oder Ausreisser wieder zurück in die Herde zu treiben. Er pendelt dann von Seite zu Seite.

Aussehen
Gross und kräftig gebaut, kurzes dichtes Haar, eher kurze Schnauze, Hängeohren, schwarzes Fell mit rotbraunen Abzeichen an Backe, Maul, Augenbrauen, Brust, Beinen und unter Schwanzwurzel

Charakter
Ausdauernd, aufmerksam, kräftig, wendig, arbeitsfreudig, selbstsicher, nervenfest, unerschrocken. Sie sind sehr menschenfreundlich. Man sollte aber wissen, dass der Rottweiler jeden ins Haus lässt, aber nicht wieder hinaus.....

Sandy Widmer