Cousin mit Kettensäge Bein abgetrennt: Vier Jahre Haft für Südtiroler

Opfer und Täter wollten gemeinsam Versicherung betrügen Wirkung der Wunde unterschätzt: 23-Jähriger verblutete

Im Prozess um den so genannten Südtiroler Kettensägenmord hat es am Mittwoch ein Urteil gegeben. Der angeklagte Christian K. (30) erhielt vier Jahre Haft. Er hatte seinem Cousin Andreas Plack (23) in dessen Auftrag mit einer Kettensäge das linke Bein abgetrennt. Das Opfer, das für bleibende Invalidität 1,2 Millionen Euro kassieren wollte, war am Tatort verblutet.

Die Haftstrafe wegen "tödlicher Körperverletzung mit Absicht, aber den Tod nicht gewollt" und Beihilfe zu schwerem Versicherungsbetrug kann K. voraussichtlich in Hausarrest verbüßen. Sie war Teil eines Vergleichs, der zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung ausgehandelt worden war. Alle strafmindernden Gründe wurden vom Gericht anerkannt.

Verteidiger Alberto Valenti berichtete von schweren Depressionen, die sein Mandant habe. Man werde versuchen, eine weitere Reduktion der Haftstrafe zu erreichen. Staatsanwalt Guido Rispoli sprach von einer "angemessenen Strafe für die Tat".

In einer Obstwiese nahe Meran war am 28. November 2001 die am linken Bein verstümmelte Leiche eines jungen Mannes gefunden worden. Opfer und Täter konnten rasch identifiziert werden. Auch die Frage nach dem Motiv war schnell geklärt. Die beiden Männer wollten gemeinsam einen Versicherungsbetrug inszenieren. Sie hatten sich bei den Folgen ihres Verstümmelungsversuches aber verschätzt.

Plack hatte wenige Monate vor seinem Tod vier verschiedene Versicherungsverträge mit hohen Beträgen ausgehandelt und wollte mit seiner Beinamputation die Versicherungssummen kassieren. Obwohl er freiwilliger Helfer beim Südtiroler Rettungsdienst Weißes Kreuz war, hatte er die möglichen Auswirkungen der tiefen Schnittwunde völlig unterschätzt. Er verblutete innerhalb weniger Minuten nach dem Einschnitt der Kettensäge.

(apa)