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Rassismus-Verfahren gegen Ried

Senat 1 der Liga setzt "nächsten klaren Schritt". Verhandlung schon am 18. März.

Fans des SV Ried in der Bundesliga © Bild: GEPA pictures/Roittner

Der Vorstand der Österreichischen Fußball-Bundesliga hat ein Verfahren gegen die SV Ried beim unabhängigen Gremium Senat 1 wegen des Verdachts rassistischer Äußerungen von Fans der Rieder am vergangenen Samstag gegen den Sturm-Spieler Richard Sukuta-Pasu eingeleitet. Im Zuge des Verfahrens wurde Ried aufgefordert, eine Stellungnahme vorzubringen, teilte die Liga mit.

"Nach genauer Prüfung der schriftlichen Stellungnahme von Sturm Graz und auch des betroffenen Spielers selbst steht der Verdacht im Raum, dass der Spieler Richard Sukuta-Pasu aus dem Fansektor der SV Josko Ried mit 'Affenlauten' konfrontiert wurde. Die Einleitung des Verfahrens ist somit der nächste klare Schritt, denn Rassismus darf im Fußball keinen Platz haben! Das unabhängige Gremium des Senat 1 der Österreichischen Fußball-Bundesliga wird nun auf Basis der ergangenen Unterlagen über die weitere Vorgehensweise in dieser Causa entscheiden", wurde Bundesliga-Vorstand Georg Pangl in der Aussendung zitiert.

Der Fall soll schon am kommenden Montag (18. März) vom Senat 1, dem Straf- und Beglaubigungsausschuss der heimischen Bundesliga, behandelt werden. Die SV Ried hatte bereits am Montag nach eingehenden Recherchen in den eigenen Reihen bestätigt, dass es nach dem entscheidenden Tor von Sukuta-Pasu zum 2:1-Endstand (85.) zu vereinzelten diskriminierenden Äußerungen gekommen sei. Der dunkelhäutige Deutsche hatte unmittelbar nach dem Match angegeben, das ganze Spiel über diskriminierende Äußerungen vernommen zu haben. Ried muss mit einer Geldstrafe rechnen.

Sperre bleibt aufrecht
Peter Hyballa hoffte vergeblich auf eine Streichung jener Gelben Karte, die Sukuta-Pasu im Zuge seines Torjubels ausgefasst hatte. Der Stürmer fehlt aufgrund der fünften Verwarnung in dieser Saison damit im Heimspiel der Steirer am Samstag gegen Wacker Innsbruck. "Ich hoffe noch auf einen Rückzug der Gelben Karte, aber ich erwarte es nicht", meinte Sturms Trainer. Der Deutsche sollte damit Recht behalten.

Wie die Liga nach einer Anfrage bekannt gab, hätte Sturm innerhalb von drei Kalendertagen zumindest einen Einspruch gegen die Wertung einlegen müssen. Dies habe der Verein aber nicht getan. Im Kampf gegen Rassismus wollen die Grazer darüber hinaus ein Zeichen setzen. Gegen Wacker werden die Spieler mit Shirts mit dem Aufdruck "Sturm gegen Rassismus" einlaufen.

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