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Brexit - Kneissl plädiert in "FT" für pragmatische Herangehensweise

Außenministerin: Verhandlungsführung liegt bei Barnier

Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) plädiert dafür, bei den Brexit-Verhandlungen einen pragmatischen Ansatz zu wählen.

Zwar sei der Zeitplan für die Verhandlungen zwischen der britischen Premierministerin Theresa May und EU-Chefverhandler Michel Barnier knapp, doch gebe es keinen Grund zur Panik, schrieb Kneissl in einem Kommentar für die "Financial Times" am Freitag.

Großbritannien sollte sich daran erinnern, dass Pragmatismus seit langem als Tugend der britischen Diplomatie gelte, so Kneissl. Das Abkommen müsse jedenfalls funktionieren und das sei möglich. Für die Bevölkerung und vor allem für die Wirtschaft, sei es wichtig die Ungewissheit zu beenden, betonte sie.

Obwohl es innerhalb der Europäischen Union in vielen Fragen, allen voran bei der Migration, unterschiedliche Meinungen gebe, seien die 27 EU-Staaten bei den Brexit-Verhandlungen geeint. Bilaterale Gespräche seien wichtig um die Positionen der Gegenseite besser verstehen zu können, die Verhandlungsführung liege aber exklusiv bei Barnier, erklärte die Außenministerin.

Klar sei aber, dass ein No-Deal-Szenario großen Schaden für die Bevölkerung und die Wirtschaft bringen würden. Um eine harte Grenze zwischen Nordirland und Irland zu vermeiden, müsse auch das Karfreitagsabkommen unbedingt erhalten bleiben. Barnier habe klargemacht, dass Großbritannien hier noch Verbesserungsvorschläge liefern müsse.

Um die Verhandlungen zu einem positiven Ende bringen zu können, bräuchte es sowohl gesunden Menschenverstand als auch Besonnenheit. Sie persönlich vertraue aber darauf, dass alle beteiligten Akteure diese Eigenschaften besitzen würden, zeigte sich Kneissl bezüglich eines positiven Verhandlungsabschlusses zuversichtlich.

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