Braunbär in Tirol: Zwei Meter großes Tier wurde von Jäger im Lechtal gesichtet

Hungriger "Meister Petz" brach zwei Bienenstände auf

Mitten in einer Ortschaft im Tiroler Lechtal ist in der Nacht auf Mittwoch ein zwei Meter großer Braunbär von einem Jäger gesichtet worden. Davor hatte er zwei Bienenstände aufgebrochen. Wahrscheinlich handelte es sich um "JJ2", ein zweieinhalbjähriges Tier aus dem Wiederansiedlungsprojekt im Trentino, das in den vergangenen Tagen von Vorarlberg nach Tirol gewandert war.

Der Jäger von Elmen, Gerhard Margis, bestätigte, dass der Bär um 2.30 Uhr im Ortskern des Weilers Martinau vier Kilometer östlich von Elmen gesehen worden sei. Allerdings befinde sich das Tier nun wieder auf dem Rückweg durch das Lechtal, da ein wilder Bienenstand in westlicher Richtung umgestoßen und Teile davon ein Stück mitgeschleppt worden seien.

Für WWF-Bärenanwalt Walter Wagner war es "klar und für den genetischen Austausch zwischen den Tieren erwünscht", dass der Braunbär irgendwann in Tirol auftaucht. Allerdings sollte er ein wenig mehr Angst vor Menschen zeigen. Wagner plädierte dafür, "JJ2" mit einem Sender auszustatten, seinen Aktionsradius aber nicht einzuschränken. Der Name "JJ2" setzt sich aus den Vornamen seiner Eltern, José und Jurka, zusammen.

In Gargellen bzw. St. Gallenkirch war der Bär in der vergangenen Woche nachts in Ställe eingebrochen. Dort riss er ein Schaf und einen Widder und verletzte zwei Schafe so schwer, dass sie eingeschläfert werden mussten. Zuletzt war "JJ2" in Galtür im Tiroler Paznauntal gesichtet worden.

(apa)