Fakten von

Braunbär bei Fangversuch
in Italien gestorben - Proteste

Bär erlag im Nationalpark der Abruzzen den Folgen einer Narkose

Ein Exemplar des stark gefährdeten Marsischen Braunbären ist im Nationalpark der mittelitalienischen Apennin-Region Abruzzen beim Versuch, ihn einzufangen, gestorben. Das Tier hätte die Narkose nicht überlebt, wie die Behörden des Parks mitteilten. Der Tod des Braunbären sorgte in Italien für heftige Diskussionen, der Kadaver soll nun obduziert werden.

Ein Team, das vom Umweltministerium damit beauftragt war, einen "Problembären" namens "Mario" einzufangen, hatte mit seiner Narkosespritze den falschen Bären erwischt. "Mario" hatte zuvor 15 Hühner gerissen, bei seiner Flucht einige Zäune niedergetrampelt und die Besitzer eines Grundstückes terrorisiert und sollte nun ein elektronisches Halsband bekommen, um ihn besser kontrollieren zu können. Beim Einfangen des Tieres stellte das Team jedoch fest, dass es einen jungen Marsischen Braunbären betäubt hatte, der sich nichts zuschulden hatte kommen lassen.

Die Narkose habe Atembeschwerden ausgelöst, an denen das Tier verstarb, teilten die Parkbehörden mit. Der Tod des Braunbären löste bei italienischen Tierschutzverbänden Proteste aus. Bereits 2014 war die Trentiner Braunbärin "Daniza" während eines Einfangversuchs an der Narkose gestorben. Die Tierschutzorganisation WWF fordert daher die Einführung neuer Methoden beim Bärenfang - Narkosen seien für die Tiere gefährlich.

Der Marsische Braunbär ist eine stark bedrohte Unterart des Braunbären und kommt heute nur noch in und um den Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise in den Apenninen vor. Derzeit soll es nur mehr rund 50 Exemplare geben.

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