"Bin Laden ist immer noch unser Befehls-
haber": Al-Kaida-Vize über Spekulationen

"Anzahl der Al Kaida Mitglieder und Stärke wachsen" Zawahiri: 'Ausgeschlagene Waffenruhe ist Hochmut'

Der zweite Mann an der Spitze des Terrornetzwerks Al Kaida ist Spekulationen über ein Auseinanderbrechen der Organisation entgegengetreten. "Die Anzahl (ihrer Mitglieder), ihre Verbreitung und ihre Stärke wachsen, und Scheich Osama bin Laden - möge Gott ihn schützen - ist immer noch ihr Befehlshaber, der (die Kämpfer im) Heiligen Krieg anführt", sagte der Ägypter Ayman al-Zawahiri in einem 45-minütigen Interview, das ein Gleichgesinnter mit ihm geführt hatte, und das im Internet veröffentlicht wurde.

Behauptungen der US-Führung, wonach mehr als die Hälfte von Al Kaida nicht mehr existiere, seien irreführend und unsinnig. Die Tatsache, dass die westlichen Staaten das Angebot Bin Ladens für eine "Waffenruhe" ausgeschlagen hätten, zeuge von ihrem Hochmut, erklärte Al-Zawahiri, der wegen seiner früheren Arbeit als Arzt auch "Terror-Doktor" genannt wird.

Zur Lage im Irak sagte Bin Ladens Vize, die Kurden hätten im Nordirak faktisch bereits "einen unabhängigen Staat gegründet, der vom jüdischen Geheimdienst infiltriert ist" und in dem sich die zwei großen Parteien gegenseitig in Schach hielten. Im Süden versuchten die Schiiten, die Spaltung des Landes voranzutreiben. Die USA könnten weder in Afghanistan noch im Irak einen militärischen Sieg erzielen. Es sei ihnen aber gelungen, im Irak eine Regierung zu installieren, die Washington bitte, die US-Truppen nicht abzuziehen, weil sie ohne deren Schutz sofort gestürzt werden würde.

(apa/red)