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Baumax vor Verkauf

Neuer Mega-Verlust: Ist das nächste österreichische Unternehmen am Ende?

THEMENBILD ZU BAUMAX © Bild: APA/Fohringer

Die gute Nachricht vorweg: Mit einer Insolvenz von Baumax rechnen nicht einmal die Pessimisten unter den Gläubigern. Dies, obwohl die Sanierung der österreichischen Baumarkt-Kette schlechter voran geht, als die Eigentümerfamilie Essl sich das vorgenommen hat. Das eben zu Ende gegangene Jahr bringt wieder deutlich rote Zahlen. Von den kreditgebenden Banken, die ihr gesamtes Risiko bei Baumax mit gut einer Milliarde Euro beziffern, wünschen sich einige eine rasche Lösung. Ein Verkauf und somit das Ende eines österreichischen Paradebetriebes ist laut Bankmanagern nur eine Frage der Zeit.

Baumax-Sanierer Michael Hürter, ab April neuer Vorstandsvorsitzender der Kette, glaubt im Gespräch mit NEWS hingegen nicht an einen unmittelbar bevorstehenden Verkauf. Dies mache man grundsätzlich besser erst nach einer Sanierung, so Hürter.

Rote Zahlen

Bereits auf Basis der Halbjahreszahlen hat der Konzern das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) für 2013 auf minus 67 Millionen Euro geschätzt. In Bankenkreisen rechnet man aufgrund des schlechten Verlaufs des zweiten Halbjahres mit einem Verlust von bis zu 100 Millionen Euro. Baumax erklärt auf NEWS-Anfrage, dass das operative Ergebnis in Österreich positiv war und das Bilanzergebnis vom Abschreibungsbedarf der Auslandsbeteiligungen abhänge. In seinem „Lagebericht 2012“, der im Sommer 2013 für den Jahresabschluss 2012 erstellt worden ist, geht der Vorstand davon aus, dass Baumax erst 2016 aus den roten Zahlen kommen wird. Das EGT 2015 soll laut Prognose noch minus 7,0 Millionen Euro betragen.

Suche nach Käufern

Eine Suche nach potenziellen Käufern für die angeschlagene Kette begann laut NEWS-Informationen im Frühjahr 2013 durch eine Investmentbank als streng geheime Mission ohne Beteiligung der Banken. Die Investmentbanker brachten zwar Interessenten, aber kein befriedigendes Anbot, das angenommen werden konnte. Das mag auch an der Unzeit des Verkaufsprozesses liegen: Zu dieser Zeit musste die deutsche „Praktiker“-Kette Konkurs anmelden. Mögliche Interessenten haben sicher zuerst in der Praktiker-Masse nach Schnäppchen gewühlt. Baumax erklärt, dass es „weder im vergangenen Jahr noch heuer Gespräche mit den Mitbewerbern gab.“ Das ist richtig. Die Gespräche führte die Investmentbank.

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Kommentare

Die Kundenfreundlichkeit hat sich zwar etwas gebessert, aber die Preise sind zu hoch und das Sortiment nicht vollständig. Da kann die Firma noch so österreichisch sein, kauf ich dort nichts mehr ein. Hornbach ist da bei weitem besser. Die Konkurrenz trennt die Spreu vom Weizen. Sorry Baumax, hast wohl den Trend verschlafen und die Kunden lange genug schlecht behandelt und bist zu teuer gewesen.

Oliver-Berg

Baumax hat keine unternehmerische Substanz mehr. Die Banken wollen aussteigen, die Gesellschaftsanteile sind bereits verpfändet,
aus dem Baumarkt vor 20 Jahren, der warb mit Großer Wert und kleiner Preis ist mittlerweile eine Baumarktkette geworden, die nur mehr mit wenig Sortiment, zu hohen Preisen und zu wenig Service auf sich aufmerksam macht.

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