Westen von

Auftakt zur AK-Wahl

Urnengang beginnt in Vorarlberg, Tirol und Salzburg. Machtwechsel unwahrscheinlich.

Die AK-Wahl beginnt © Bild: APA/Helmut Fohringer

Die erste große Wahl des Jahres, jene zur Arbeiterkammer, startet im Westen. Ab heute können die Arbeitnehmer in Vorarlberg, Tirol und Salzburg entscheiden, wer ihre Interessen in den kommenden fünf Jahren vertreten soll. In allen drei Ländern wäre ein Machtwechsel eine große Überraschung.

Untypisch für die AK insgesamt ist der Westen von den Christgewerkschaftern dominiert. Sowohl in Vorarlberg als auch in Tirol verfügt der ÖAAB über eine absolute Mehrheit. In Salzburg wiederum hat Langzeit-Präsident Siegfried Pichler von der FSG schon so manchem landes- und bundespolitischen Gegenwind getrotzt.

Dementsprechend ist davon auszugehen, dass trotz des Absturzes der SP-Landespartei bei der letzten Landtagswahl und des nicht berauschenden Echos auf die Neuauflage der großen Koalition im Bund die rote Bastion Salzburg in der Arbeiterkammer hält. Zu verteidigen hat Pichler freilich ein beeindruckendes Ergebnis. Nicht weniger als 67,9 Prozent votierten 2009 für die FSG, das zweitbeste Ergebnis nach dem Burgenland.

Christgewerkschafter wollen Westen halten

Während die Christgewerkschafter in Salzburg allenfalls auf Stimmengewinne hoffen, strebt man in Tirol und Vorarlberg neuerlich satte Mehrheiten an. In Tirol wird Kammer-Chef Erwin Zangerl zugetraut, sogar das Ergebnis der vergangenen AK-Wahl zu verbessern. Schon damals war er mit 63 Prozent über dem Vergleichswert seines legendären Vorgängers Fritz Dinkhauser geblieben. Die FSG mit ihrem neuen Spitzenmann Günter Mayr hat sich längst damit abgefunden, dass nicht mehr als Platz zwei drin ist.

Das nämliche Schicksal blüht auch einmal mehr Manuela Auer, die wieder die Vorarlberger Sozialdemokraten in die Wahl führt. Beim letzten Mal war ihre FSG auf unter 30 Prozent zurückgefallen, während die Christgewerkschafter mit Hubert Hämmerle die Absolute zurückeroberten und auf 52,8 Prozent kamen. Dieses Ergebnis will der Präsident halten. Auer ist auch in erster Linie darauf aus, mit der FSG wenigstens nicht weite abzurutschen.

Gespannt sein darf man auf die Wahlbeteiligung. Die lag in Vorarlberg (41,6) und Salzburg (38,1) beim letzten Mal deutlich unter dem Bundesschnitt (43,8). In Tirol war dagegen die Beteiligung mit knapp 53 Prozent so hoch wie nirgendwo sonst.

Niederösterreich wählt zuletzt

Gewählt werden kann in Vorarlberg bis zum 6. Februar, in Tirol und Salzburg bis zum 7. Schon während dieser Periode beginnt die nächste Landeswahl, jene in Kärnten, die von 3.-12. März in Szene geht. Mit Ausnahme Niederösterreichs folgen die anderen Länder noch im März bzw. an der Grenze zum April. Abgeschlossen wird der Urnengang dann eben in Niederösterreich, wo von 6.-19. Mai gewählt wird.

Erst dann wird auch die endgültige Stimmverteilung feststehen und damit, wer künftig der Bundesarbeitskammer vorsitzt. Zu erwarten ist, dass selbst bei Verlusten die FSG klar wieder Platz eins holt. Stürzt er in Wien nicht völlig ab, würde dann wohl auch Rudolf Kaske weiter der Präsidentenposten bleiben. Zu verteidigen haben die roten Gewerkschafter bundesweit 55,8 Prozent, die Christgewerkschafter erzielten vor fünf Jahren 25 Prozent.

Kommentare

christian95 melden

Österreichs Arbeitnehmer haben nicht nur die höchste Vertretung weltweit, sondern werden auch noch in drei Gruppen aufgeteilt.
Ganz unten sind Arbeiter (in 10 Jahren minus 19%)
dann kommen Angestellte (+-0 in 10 Jahren)
an der Spitze stehen die Beamte (in 10 Jahren +22%)

christian95 melden

lt. Statistik Austria verdienen im Jahr:

Arbeiter 18.700
Angestellte 34.800
Beamte 52.690

Hermann Gugger

Die Wahl scheint wichtig zu sein. Aus welchem Grund wird mir bitte mein Stimmzettel mittels Behördenbrief RSB nach Hause geschickt ?
Ach ja ich kann ihn dann dem Landzusteller mitgeben oder in den nächsten Briefkasten werfen. Was für ein Service!! Und was das kostetal

christian95 melden

Das kleine Österreich leistet sich gleich 10 Arbeiterkammern, 10 ÖGB`s und weil das noch zu wenig ist, 10 Sozialministern, 10 Arbeitsministern, 10 FrauenministerInnen....
Österreichs Arbeitnehmer haben die höchste Vertretung weltweit!

RobOtter
RobOtter melden

@christian95: Also selbst wenn ich sehr empathisch agiere und vielleicht noch nachvollziehen kann was Du meinst frage ich mich: Welche analoge Institution zum Arbeitsministerium soll es in den Ländern geben?
Auch frage ich mich: Was gehts dich an wieviele länderspezifische Vertretungen es vom ÖGB gibt? Der ÖGB ist ein Privatverein...

na, soll ma die schwarzn wählen?

TROTZDEM sollten wir es versuchen. Wählen wir RICHTIG und nicht immer die Roten.

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