Asyl von

Votivkirche wurde besetzt

Polizei verhandelt mit Aktivisten - Pfarrer fordert Demonstranten zu Rückzug auf

Votivkirche besetzt von Asyl-Aktivisten © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Josef und Maria waren in der Weihnachtszeit auf Herbergssuche und wurden überall zurückgewiesen. Schließlich mussten sie in einem Stall Zuflucht suchen. 2000 Jahre später finden Schutzsuchende auch in einer Kirche keine Unterkunft. Zumindest wenn es nach manchen Aktivisten geht, die am Dienstag die Votivkirche in Wien besetzten. Denn die Flüchtlingscamper im Wiener Sigmund-Freud-Park haben Dienstagvormittag mit einem Ausflug auf ihre Anliegen aufmerksam gemacht. Waren aber auch in einer Kirche nicht gern gesehen.

Rund 20 der seit Wochen in der Innenstadt zeltenden Flüchtlinge besuchten die nahe gelegene Votivkirche. Die Rede war von einer Besetzung, in der Pfarre reagierte man auf APA-Anfrage entspannt. Alles sei ruhig, von einer Besetzung merke man nichts.

Das kleine Flüchtlingscamp steht mittlerweile seit 24. November. Es war im Anschluss an einen Asylwerber-Marsch von der damals noch stark frequentierten Erstaufnahmestelle Traiskirchen nach Wien errichtet worden. Die Flüchtlinge fordern unter anderem einen Austausch sämtlicher Dolmetscher in Traiskirchen sowie bessere Verköstigung.

Pfarrer fordert zu Rückzug auf

Gar nicht gut ist der Protest der Flüchtlingscamper in der Votivkirche beim Pfarrer der Gemeinde angekommen. Joseph Faruggia, wertet die Aktion im "Kathpress"-Interview nicht als Schutzsuche, sondern als Besetzung. Er fordert die rund 30 Demonstranten auf, den Sakralbau bis spätestens heute 18.00 Uhr zu verlassen. Auch die Polizei sei "bereits involviert".


Mit Beginn des Zeltlagers habe er angeboten, Kirchengrund rund um den Neugotikbau an der Ringstraße zu verwenden und auch die Kirche selbst zum Gebet zu nützen, erklärte der Pfarrer. Dass sich plötzlich eine Protestgruppe mit Transparenten in der Kirche eingefunden habe, komme für ihn überraschend und sei nicht abgesprochen gewesen, so Faruggia.

Übernachtung nicht gestattet

Eine Übernachtung in der Votivkirche will der Pfarrer nicht gestatten. Es gelte jede Art von Vandalismus zu verhindern, den Faruggia zwar nicht erwartet. Es sei jedoch derzeit nicht genau auszumachen, wer aus welchen Gründen sich in der Kirche aufhalte.

Die Flüchtlinge ihrerseits begründeten die Aktion damit, dass die Politik ihre Forderungen nicht gehört habe. Deshalb hätten sie "Schutz in der Votivkirche gesucht". Als ihre Forderungen nannten sie unter anderem Grundversorgung für alle Asylwerber unabhängig von ihrem Rechtsstatus, freie Wahl des Aufenthaltsortes sowie die Anerkennung von sozioökonomischen Fluchtmotiven neben den bisher anerkannten Fluchtgründen.

Polizei verhandelt

Der Protest der Flüchtlingscamper in der Votivkirche in Wien ist am Dienstagabend vor dem zwangsweisen Ende gestanden. Die Polizei verhandelte mit den Aktivisten, nachdem gegen 18.00 Uhr noch 60 bis 70 Personen in der Kirche waren und Pfarrer Joseph Faruggia nicht absperren konnte, berichtete ein Polizei-Sprecher der APA. Eine nicht friedliche Beendigung sei nicht auszuschließen.

"Kirche ist Schutzort"

Im Streit um die Flüchtlingsaktivisten in der Wiener Votivkirche hat sich am Dienstagabend die Caritas eingeschaltet, um deeskalierend zu wirken. Zusammen mit dem Pfarrer wartete man gegen 19.00 Uhr in der Sakristei darauf, dass die Aktivisten Vertreter für ein Gespräch nominieren, sagte Cartias-Sprecher Klaus Schwertner auf APA-Anfrage.


"Die Kirche ist ein Schutzort", so Schwertner, zusammen mit einer Kollegin aus dem Flüchtlingsbereich als Verhandler an Ort und Stelle, auf die Frage nach einer möglichen Räumung durch die Polizei. Er sei zuversichtlich, dass man eine Lösung finden werde.

Verhandlungen dauern an

Die Verhandlungen in der von Asyl-Aktivisten besetzten Votivkirche könnten über die Nacht andauern. Man habe sich in einer ersten Runde darauf geeinigt, in jedem Fall eine Lösung zu finden, sagte Caritas-Sprecher Klaus Schwertner Dienstagabend der APA. Vorerst sollen die Asylwerber in der Kirche bleiben. Mit einem Polizeieinsatz rechnete am späten Abend niemand mehr, bereits zuvor gerufene Einsatzkräfte waren schon vor Stunden abgezogen worden.


Eine Gruppe von rund 20 Asylwerbern und ihren Unterstützern hatte sich bereits am Dienstagvormittag in der Votivkirche niedergelassen, später war seitens der Polizei von 60 bis 70 Personen die Rede. In einer Ecke wurde ein Bettenlager aufgebaut sowie Verpflegung bereitgestellt. Die Aktivisten fordern unter anderem eine grundlegende Änderung der Asylgesetzgebung. Aber auch über die Ziele war man untereinander am Abend noch uneins. Sämtliche Besetzer stammen aus dem bereits vor Wochen im Votivpark eingerichteten Zeltlager. Ein Temperaturunterschied zwischen diesem und dem Inneren des Gotteshauses war allerdings nicht wahrnehmbar.

Kommentare

free-spirit

na toll, in diesem Forum schreiben lauter echte Menschenfreunde, warum nicht gleich die Kirche anzünden, dann wäre man mit einem Schlag zwei Probleme los . . . .

Ivoir
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Vielleicht hätten sie es besser in einer Moschee versucht?

bushmaster
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UND wenn die Forderungen an Österr. nicht erfüllt werden,was DANN ?
WIRD uns dann deren Glaubens-Fanatismus od. Hass und Rache treffen ?

Martin Edtmaier
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Und wer hat erfunden???? ----------------- eh klar die Grünen.
Und Hr.Kasperl Lobo und Konsorten warum ned a Moschee besetzen? Ich würde die Donauinsel vorschlagen mehr Platz und Grillplätze auch vorhanden.Oder jeder Grüne von Vassilakou bis bis Glawischnig nimmt sie so an armen Kerl mit nach Hause und setzt Ihm untern Christbaum!!!

Asylbewerber?! Wo sind die Verletzlichsten in Kriegen, Frauen und Kinder?
Auch bei diesen angeblichen Flüchtlingen handelt es sich lediglich um Scheinasylanten die illegal nach A einreisten und hier Sozialhilfegelder beziehen die für echte Flüchtlinge vorgesehen gewesen wären. Schon dieses miese Verhalten, auf Kosten echter Flüchtlinge sich zu bereichern, lässt auf schlechten Charakter schliessen

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