Berlin von

Anna in der Königsdisziplin

Netrebkos Rollendebüt als Leonora in Verdis "Troubadour" an der Berliner Staatsoper

Anna Netrebko in "Il Trovatore" © Bild: Matthias Braus

Das Ereignis des Abends: ohne Zweifel Anna Netrebko. Bei ihrem Rollendebüt als Leonora in Giuseppe Verdis "Troubadour" zeigte sie mit Intensität, gewaltigen Höhen und reichen Farben, dass sie in der Königsdisziplin des Sopranfachs angekommen ist.

In blonder Perücke trotzte Anna Netrebko dem Regie-Albtraum Philipp Stölzls. Der infantile Puppen-Comic wurde bereits bei den Wiener Festwochen gezeigt.

Anna Netrebko in "Il Trovatore"
© Matthias Braus

Placido Domingo wirkt gesundheitlich angeschlagen, gleicht aber mit hoher Musikalität und Darstellungskunst körperliche Schwächen aus.

Anna Netrebko in "Il Trovatore"
© Matthias Braus

Der aus Uruguay stammende Tenor Gaston Rivero, die ursprüngliche Zweitbesetzung, übernahm für den erkrankten Aleksandr Antonenko die Titelpartie. Ein tapferer Kämpfer, der um jeden wohlklingenden Ton ringt, mancher gelingt ihm auch. Bei der Arie "Di quella pira", der Stretta also, dem Mount Everest für jeden Tenor, versagte er. Ein Akt der Menschenliebe, dass ihn Daniel Barenboim dabei mit dem Orchester der Berliner Staatsoper am Ende übertönte. Man merkt, da steht einer am Pult, der sein Handwerk versteht. Dass er damit trotzdem nicht den Atem raubt, liegt am Orchester, dem herausragende Solisten fehlen. Martina Prudenskaya (Azucena) und Adrian Sampetrean (Ferrando) kann man nur Gutes nachsagen.

Anna Netrebko in "Il Trovatore"
© Matthias Braus

Für ihr Rollen-Debüt hätte sich Anna Netrebko Besseres verdient.

Anna Netrebko in "Il Trovatore"
© Matthias Braus

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