Alkoholkonsum der Aborigines soll über- wacht werden: Regierung als Kontrolleinheit

Gesundheitliche Schäden sollen bekämpft werden Zentrale Datenbank soll Alkoholkauf registrieren

Der Alkoholkonsum der australischen Ureinwohner wird künftig von der Regierung überwacht. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Programms, das sexuelle Übergriffe, Alkoholmissbrauch und die daraus resultierenden gesundheitlichen Schäden bekämpfen soll.

Dazu wird eine zentrale Datenbank eingerichtet, die jeden Alkoholkauf mit Hilfe eines Ausweises registriert. Alkoholverbote könnten so wirksam durchgesetzt und Verkaufsbeschränkungen eingeführt werden, sagte der Gesundheitsminister des Bundesstaates Northern Territory, Chris Burns.

Die Aborigines leben zumeist in entlegenen Siedlungen, ohne ein funktionierendes Gesundheits- und Bildungssystem. Im Juni hatte ein Bericht, der den Kindesmissbrauch in den Aborigine-Siedlungen untersuchte, für Aufsehen gesorgt. Der australische Premierminister John Howard hatte das Problem als "nationalen Notstand" bezeichnet. Während jeder Australier durchschnittlich neun Liter reinen Alkohol pro Jahr trinkt, sind es im Nordterritorium fast 15 Liter. Kritiker bezweifeln die Wirksamkeit der Maßnahmen und sprechen von einer Diskriminierung der Ureinwohner, die zwei Prozent der Gesamtbevölkerung Australiens ausmachen.

(apa/red)