Alexander Zach als Bauernopfer des LIFs? Verkraftbar aber noch viel mehr notwendig

news.at-Kommentar: Abschied zum Wohle der Partei Die reine "Sonntags-Weste" trägt Flecken der Schuld

Alexander Zach als Bauernopfer des LIFs? Verkraftbar aber noch viel mehr notwendig © Bild: Reuters/Neubauer

Nur wenige Tage vor der Nationalratswahl 2008 platzt in der Parteizentrale des Liberalen Forums die Bombe. Eine wirkliche Bombe oder nur halb so wild? LIF-Bundessprecher Alexander Zach gibt seinen Rücktritt bekannt. Aber nun einmal ganz ehrlich: Bundessprecher hin oder her, auch wenn er in den vergangen Jahren als einziger Mann im Hohen Haus die liberalen Banner hochgehalten hat, ist er für die Gegenwart der Partei sicherlich nicht die tragendste Säule. Das einzige Problem: Die reine "Sonntags-Weste", die vielleicht so rein nie war, ist befleckt.

Alexander Zach in der Retrospektive: Seine politische Bilanz dürftig bis kaum vorhanden, sein Sympathiefaktor mäßig, was man ihm aber sicherlich zugute halten muss - sein Ausdauervermögen zum Wohle des LIFs.

Nichts desto trotz, ein Rücktritt von Alexander Zach ist für die Partei definitiv verkraftbar. Schmerzhaft wäre, wenn Herr Haselsteiner den Hut zieht und Daueraufträge zum gelben Parteikonto stornieren würde. Unangenehm wäre auch, wenn Frau Schmidt das Haider’sche „Ich bin da. – Ich bin doch wieder weg“- Spiel nachmachen würde. Zumal sie doch „das Gesicht“ des Liberalen Forums ist.

Zum Wohle der Partei
Wenn liberale Wahlslogans wie „Aufrichtigkeit, Offenheit und Fairness“ nicht zu einem schlechten Witz verkommen sollen, muss es wohl nach EADS-Lobbyingskandalen - in heiklen Phasen wie diesen - ein Bauernopfer geben. Suboptimal für die Optik, weil es trotz aller Dementi einem Schuldgeständnis gleichkommt, aber wahrscheinlich notwendig, wenn man noch ein Fünkchen Glaubwürdigkeit bewahren will.

(Muryati Vo)