Adler sprangen zum richtigen Zeitpunkt ein:
Team-Gold rettet Zwischenbilanz des ÖSV

Österreicher-Riege fiel nach Sieg Stein vom Herzen Kombinierer hoffen noch auf Medaille am Samstag

Adler sprangen zum richtigen Zeitpunkt ein:
Team-Gold rettet Zwischenbilanz des ÖSV

Nach den Rängen fünf von Thomas Morgenstern und Felix Gottwald in den ersten Einzelbewerben der Springer und Kombinierer sowie der knapp verpassten Team-Kombi-Bronzemedaille waren die Gesichter in der ÖSV-Riege schon länger geworden. Doch mit dem überlegenen Mannschafts-Weltmeister-Titel der Skispringer in Sapporo fiel Österreichs Athleten und Funktionären bei den ersten Nordischen Weltmeisterschaften in Asien ein Stein vom Herzen. Diese insgesamt 50. ÖSV-Medaille bei Nordischen Titelkämpfen war tatsächlich Gold wert.

Bei den vorangegangenen Großereignissen waren die Nordischen nicht nur von den Erfolgen her verwöhnt. Auch vom Ablauf her sorgte zumeist Felix Gottwald rasch für die erste Medaille, die naturgemäß immer etwas Druck vom gesamten Team nimmt. So geschehen bei den Olympischen Spielen in Turin im Vorjahr, bei der WM 2005 in Oberstdorf oder auch der WM 2003 in Val di Fiemme.

Springer nehmen Druck vom ÖSV-Team
Diesmal waren es - aber eben später - die Skispringer, die der ÖSV-Delegation auf Hokkaido eine gewisse Leichtigkeit gaben. Für die Kombinierer, bei denen Felix Gottwald seinen WM-Abschied gibt, bleibt allerdings nur noch eine Möglichkeit, nicht doch ohne Medaille die Heimreise antreten zu müssen: im Gundersen-Bewerb am Samstag. Auch die Springer haben bereits zwei Drittel ihrer Bewerbe hinter sich. Sie möchten auf der Normalschanze, ebenfalls am Samstag, auch noch eine Einzelmedaille einfahren.

Ursachenforschung bei Kombinierern
"Natürlich bedrückt es mich schon ein bisserl, dass in der Kombination trotz hoher Leistungsvoraussetzungen noch nichts 'WM-mäßig' Greifbares da ist", gestand auch der Nordische Direktor für beide Sparten, Toni Innauer. Aber man müsse auch Respekt vor den anderen Nationen haben. "Sie arbeiten genauso wie wir und sie haben die um den Tick besseren Leistungen gebracht."

Während im Skispringen durch wechselnde Windverhältnisse das wahre Leistungsvermögen oft nicht wieder gespiegelt wird, war bei den Kombinierern im Teambewerb dank des Einsatzes in der Loipe die Medaille auch visuell in greifbarer Nähe. "Man hat ja gemerkt, dass es auf den letzten Metern entschieden wurde. Der Felix hat auch im Einzel-Sprintbewerb eine reelle Chance gehabt. Dann ist ihm ein kleiner individueller Fehler passiert, der auch verzeihlich ist." Im Teambewerb konstatierte Innauer eine im Vergleich zur gesamten Saison unterdurchschnittliche Sprungleistung. "Außer Mario Stecher, der war besser als vorher."

"Eine auf den Deckel kriegen gehört zur Ausbildung"
Möglicherweise habe man sich nicht optimal auf die Verhältnisse eingestellt, da es auf dem Okurayama-Bakken sehr weit hinunter ging. "Vielleicht haben wir uns beim Reglement auch zu wenig an die Grenze gewagt", sagte der Olympiasieger von 1980. Man müsse dem jungen Trainerteam, das vor der WM eine tolle Premiere hingelegt hat, aber auch eine "Lernchance" geben. "Das gehört zum Ausbildungsprogramm, dass man vielleicht auch einmal eine auf den Deckel kriegt."

Bei den Springern hatte es ähnlich begonnen, für Morgenstern war auf der Großschanze die Medaille in Griffweite. "Auch hier hat ein kleiner Individualfehler die Medaille verhindert. Am Sonntag haben wir Gott sei Dank zeigen können, dass wir insgesamt doch die beste Mannschaft der Welt sind. Das befreit ein bisserl."

(apa/red)