5 Saisonsieger und 7 Österreicher am Start: Heute beginnt Tennis-Turnier in Kitzbühel

Melzer & Marach um Österreichs Nummer 1-Position Bereits 61. Auflage, zum 13. Mal als Generali Open

Zum bereits 61. Mal geht diese Woche das traditionelle Tennis-ATP-Turnier in Kitzbühel in Szene, zum 13. Mal heißt die mit 646.250 Euro dotierte Veranstaltung Generali open. Ob Österreichs traditionsreichstes und einst bedeutendstes Tennis-Turnier dies auch weiterhin tut, soll aber erst nach der Auflage 2006 entschieden werden. Sportlich erlebt Kitzbühel wieder ein Zusammentreffen eines Teils der Sandplatz-Elite. Von den Top-12 der Weltrangliste sind allerdings mit dem topgesetzten Russen Nikolaj Dawidenko (5) und dem Spanier Tommy Robredo (7) gerade zwei Spieler in der Gamsstadt am Start.

Dafür will eine Rekordabteilung von gleich sieben Österreichern im Feld der 64 Spieler (die Top-16 haben in Runde eins Freilos) dafür sorgen, dass die zahlreichen Kitz-Urlauber trotz der anhaltenden Hitze die Zuschauer-Ränge des mächtigen Centercourt-Stadions füllen. Im Mittelpunkt steht dabei der Kampf um die Nummer eins im rot-weiß-roten Tennis.

Der Steirer Oliver Marach kann nach seinem Vorstoß ins Stuttgart-Viertelfinale Jürgen Melzer als heimische Nummer eins ablösen. Beide haben in Runde eins schlagbare Gegner, Melzer würde in Runde zwei aber auf den hinter dem "Österreich-Spezialisten" Dawidenko (gewann im Vorjahr St. Pölten und heuer Pörtschach) als Nummer zwei gesetzten Co-Favoriten Robredo treffen. Ermutigend ist, dass Marach, Melzer aber auch Stefan Koubek, der letztlich problemlos ins Kitzbühel-Hauptfeld rutschte, zuletzt in Stuttgart wirklich stark spielten.

Vier Wild Cards an Österreicher
Weiters mit dabei von den heimischen Spielern sind per Wild Cards Werner Eschauer, Rainer Eitzinger sowie die von ÖTV-Sportdirektor Gilbert Schaller nominierten Martin Sandbichler (ÖM-Finalist) und Andreas Haider-Maurer. Weil einige Asse absagten und keine Topspieler als Ersatz mehr zu bekommen waren, gingen damit alle Wild Cards an Österreicher. Einer der Gründe dafür: Obwohl Kitzbühel mit seinem beachtlichen Preisgeld eine Veranstaltung der Gold-Series ist und damit eigentlich kontinentalen "Konkurrenzschutz" genießen sollte, finden gleichzeitig die Turniere in Umag und Los Angeles statt.

Der Kampf um die 110.600 Euro betragende Siegesprämie wird aber gerade deshalb beinhart. Titelverteidiger Gaston Gaudio aus Argentinien ist "nur" als Nummer vier gesetzt, mit Dawidenko (Pörtschach), Robredo (Hamburg und Baastad), Jarkko Nieminen (Auckland), Nicolas Massu (Costa de Sauipe) und Luis Horna (Acapulco) sind gleich fünf Saisonsieger am Start. Massu vergab am Sonntag mit der Finalniederlage in Amersfoort die Chance auf den zweiten Saisonsieg.

"Jung, ausgelassen, exklusiv" als Motto
Das von Turnierdirektorin Sandra Reichel ausgegebene Motto "Jung, ausgelassen, exklusiv", zeigt, wohin man mit dem Turnier will. Auch die Zahl der so genannten Side-Events ist wieder beachtlich und reicht von "Tennis meets soccer" am Hahnenkamm (mit u.a. Andreas Ivanschitz, Hansi Hinterseer) und der abendlichen Welcome-Party im Casino (jeweils Montag) über den Kids-Day (Donnerstag) bis zur Lounge-Party am Freitag (mit Rockgöre Jeanette Biedermann, Andreas Goldberger) bis zum Super Sunday mit freiem Eintritt für Damen.

Sportlich fallen auch die Night Sessions am Dienstag und Mittwoch (jeweils ab 20:15 Uhr) auf. Dass die Generali open "mehr" als nur ein Tennisturnier sind, untermauert der Hauptsponsor dadurch, dass das Turniergelände auch ein Magnet für Wellness- und Gesundheitsinteressierte ist. Wegen des Baus des angrenzenden, neuen Sportparks ist die Zahl der Tennis-Plätze reduziert.

Obwohl die monatelangen Lizenz-Probleme mit Ion Tiriac gelöst worden sind, steht das Kitzbüheler Tennisturnier aber einmal mehr unter Erfolgsdruck. Generali will nur weitermachen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Auch Land und Tourismus sollen künftig eingebunden werden. Turnierberater Peter-Michael Reichel dachte zudem bereits einen Termin- (August) und Untergrund-Wechsel (Hartplatz) an, auch ein parallel laufendes Damenturnier kann sich Reichel vorstellen. Tochter Sandra weiß, wofür man sich rüstet: "Für weitere 60 Jahre Spitzentennis in Kitzbühel."
(apa)