13 Jahre Haft für Pensionistin: Obersteirerin
wurde wegen Mordes an Ehemann verurteilt

56-Jährige gestand Tat, spricht aber von Notwehr

Weil sie im Frühjahr 2006 ihren Ehemann erstochen hat, ist eine obersteirische Pensionistin in Leoben von einem Geschworenengericht des Mordes für schuldig befunden worden. Sie wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt. Die Frau hatte die Tat zwar gestanden, aber von Notwehr gesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die 56-Jährige heiratete ihren Partner erst Ende der neunziger Jahre, es war ihre zweite Ehe. Da die Frau nervliche Probleme hat, ist sie seit elf Jahren in Frühpension. Sie konsumierte laut Anklage immer wieder Alkohol, Medikamente und gelegentlich Suchtgifte, weswegen sie zwischendurch zur Behandlung in die Landesnervenklinik Sigmund Freud kam.

Vor Gericht stellte sie es zunächst so hin, dass ihr Mann der Grund für ihre Sucht gewesen sei: "Ich hab' Angst gehabt vor ihm", meinte sie. "Es gab laufend Auseinandersetzungen zwischen den beiden, auch tätliche. Aber sie sind einander nichts schuldig geblieben", führte Staatsanwalt Rainhard Kloibhofer aus. Auch der Ehemann war immer wieder mit sichtbaren Verletzungen, die ganz offensichtlich von seiner Frau stammten, zur Arbeit gekommen.

Im Frühjahr 2006 kam es schließlich zum tödlichen Streit: Es ging, so die Angeklagte, um die Gartenarbeit. Beide sollen alkoholisiert gewesen sein. Der Ehemann versetzte seiner Frau zwei Ohrfeigen, darauf griff sie zu einem herumliegenden Jausenmesser und rammte es in seine Brust. Der Mann war gleich darauf tot. "Es war ein ungezielter Stich im Affekt", meinte der Verteidiger, der auf Notwehrüberschreitung plädierte. (apa/red)