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Ringen um Mindeststandards im Kindergarten geht weiter

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++ ARCHIVBILD ++ Im Kindergarten soll es bald einheitliche Regelungen geben
©Sonja Marzoner, APA, dpa
Bund, Länder und Gemeinden haben sich bis Ende 2026 eine größere Verwaltungsreform vorgenommen. In der Arbeitsgruppe Elementarpädagogik wird dabei neben Verbesserungen bei der Ausbildung des Personals und beim Übergang vom Kindergarten in die Schule einmal mehr um bundesweit verbindliche Mindeststandards gerungen. Es gebe schon viel Einigkeit, so Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) nach einem Treffen am Donnerstag. Man habe aber "noch einen weiten Weg" vor sich.

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In der Arbeitsgruppe Elementarpädagogik zur "Reformpartnerschaft" wollen Bund und Länder u.a. gemeinsam den neuen Bildungsrahmenplan erarbeiten, der den Kindergärten vorgibt, wie sie Bildung und Entwicklung der Kinder fördern sollen. Die Inhalte sollen dann "bundesweit verbindlich als Mindeststandards" gelten, dazu soll es eine einheitliche Datenerhebung und Qualitätssicherung geben, hieß es in einer Aussendung.

Wiederkehr hat eine Neufassung des Bildungsrahmenplans zuletzt für Herbst 2026 angekündigt, der aktuelle Leitfaden stammt noch aus 2009. Die Länder müssen aufgrund der 15a-Vereinbarung mit dem Bund, über die sie Geld für das kostenlose Pflicht-Kindergartenjahr für Fünfjährige, Deutschförderung und den Ausbau des Angebots bekommen, verpflichtend für dessen Umsetzung in den Kindergärten sorgen. Dieser enthält allerdings ausschließlich inhaltliche Leitlinien für die pädagogische Arbeit.

Rahmenbedingungen wie Gruppengröße, Betreuungsschlüssel und Qualifikation des Personals legen nämlich derzeit laut Gesetz die Länder fest. In der Praxis gelten deshalb in jedem Bundesland andere Regelungen. Versuche, bundesweit einheitliche Mindeststandards einzuführen, sind bisher am Widerstand der Länder gescheitert. Durch kleinere Gruppen wären etwa auf einen Schlag zahllose neue Einrichtungen nötig, und das in Zeiten eines Personalmangels. In der aktuellen 15a-Vereinbarung bekennen sich die Länder nur zu "möglichst einheitlichen Standards" bei der Qualifikation des Personals und der Nutzung einheitlicher pädagogischer Grundlagendokumente.

Wiederkehr hat als Ziel für die "Reformpartnerschaft" ausgegeben, Mindeststandards in Zukunft per Bundesgesetz zu verankern. Es müssten sich alle, von Vorarlberg bis zum Burgenland, auf einheitlich gute Bildungsergebnisse verlassen können, betonte auch Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl (ÖVP). Bei der lokalen Ausgestaltung und Organisation müsse es aber auch in Zukunft je nach Bedürfnissen der Eltern, Kinder und der finanziellen Möglichkeiten "viel Flexibilität" geben.

Einheitliche Mindeststandards soll die Arbeitsgruppe auch in der Ausbildung des pädagogischen Personals von der Leitung bis zur Assistenzkraft ausarbeiten. Den Übergang vom Kindergarten zur Volksschule will man durch Vereinfachungen bei der Datenübergabe und eine stärkere Einbindung des Kindergartenpersonals verbessern, außerdem soll an den Regelungen für das zweite verpflichtende Kindergartenjahr gearbeitet werden, das die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS im Regierungsprogramm angekündigt hat. Auch die Sprachförderung im Kindergarten bleibt ein Thema.

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