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Tote bei russischem Raketenangriff auf Odessa

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Hafen von Odessa spielt wichtige Rolle für Getreideexporte (Archivbild)
©APA/APA/Ritzau Scanpix/BO AMSTRUP
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Die Ukraine hat nach einem russischen Raketenangriff auf die Region Odessa im Süden des Landes zwei Tote gemeldet. In der Nacht hätten die russischen Truppen fünf Raketen und zwanzig Drohnen abgefeuert, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. Ein Ziel sei die Hafeninfrastruktur gewesen. Noch in diesem Sommer sollen die von ausländischen Partnern versprochenen F-16-Kampfjets in der Ukraine zum Einsatz kommen, hieß es beim NATO-Gipfel in Washington.

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Die Opfer des nächtlichen Angriffs seien ein Wachmann und ein Lkw-Fahrer, teilte der Gouverneur der Militärverwaltung des Gebiets, Oleh Kiper, mit. Ein wachhabender Matrose sei verletzt worden. Es seien Lagerhäuser, Lastwägen und ein ziviles Schiff beschädigt worden. Die Häfen Odessas sind wichtig für den Getreideexport der Ukraine. Moskau vermutet in Odessa nach früheren Militärangaben auch die Produktion ukrainischer Seedrohnen.

14 russische Drohnen seien von der ukrainischen Luftwaffe abgefangen und zerstört worden, hieß es von der ukrainischen Armee. Dem Netzbetreiber Ukrenergo zufolge wurden in der westlichen Region Riwne auch Energieanlagen getroffen. Die Angriffe hätten zu vorübergehenden Stromausfällen für Verbraucher in der Region geführt, teilt Ukrenergo mit. An Ort und Stelle sei ein Feuer ausgebrochen, erklärte der Gouverneur von Riwne, Olexandr Kowal. Berichte über Opfer gebe es nicht. Die russischen Truppen greifen immer wieder auch die Stromversorgung der Ukraine an.

Unterdessen ist bei einem ukrainischen Angriff auf die russische Grenzregion Belgorod nach Angaben der dortigen Behörden ein Mann getötet worden. Sieben weitere Menschen seien verletzt worden, so Regionalgouverneur Wjatscheslaw Gladkow.

Der Transfer der F-16-Jets sei bereits im Gange, kündigten die USA, die Niederlande und Dänemark in einer gemeinsamen Erklärung am Rande des Nato-Gipfels in Washington an. "Das Übergabeverfahren für diese F-16 ist jetzt im Gange, und die Ukraine wird diesen Sommer einsatzbereite F-16 fliegen", hieß es in der Erklärung. "Aus Sicherheitsgründen können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Einzelheiten bekanntgeben." Die drei Staaten dankten außerdem Belgien und Norwegen für die Zusage, weitere Flugzeuge für Kiew zur Verfügung zu stellen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor die Verbündeten um westliche Kampfjets in hoher Stückzahl gebeten. Sein von Russland angegriffenes Land brauche mindestens 128 F-16-Flieger, sagte er. Selenskyj warte auf diese, "so wie meine Mutter früher nach der Schule auf mich".

Russlands Militär arbeitet nach Angaben des Präsidialamtes in Moskau weiterhin an der Bildung einer Pufferzone in der ukrainischen Region Charkiw. Dies brauche aber noch Zeit. Der russische Präsident Wladimir Putin hat im Mai erklärt, Russland schaffe eine solche Zone, um seine eigenen Grenzregionen vor ukrainischen Angriffen zu schützen. Charkiw liegt im Nordosten der Ukraine und grenzt an die ukrainischen Regionen Luhansk und Donezk, die Russland - zusammen mit Saporischschja und Cherson weiter im Süden - im September 2022 für annektiert erklärt hat.

In Richtung der ukrainischen Verbündeten kamen aus Russland neuerlich Drohungen. Man werde reagieren, sollte Großbritannien der Ukraine erlauben, mit britischen Waffen anzugreifen, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch. Er sprach dabei von einem "unverantwortlichen, eskalierenden Schritt".

Als Reaktion auf die verheerenden russischen Angriffe am Montag hat Nachbar in Not einen neuen Spendenaufruf gestartet. Die Zerstörung des Kinderkrankenhauses Okhmatdyt in Kiew habe für Entsetzen gesorgt, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. Hilfskräfte und Freiwillige seien sofort im Einsatz gewesen. Andreas Knapp, Vorstandsvorsitzender von Nachbar in Not, machte auf die Situation vor Ort aufmerksam: "Es ist schwer zu fassen, was Kinder und Familien in der Ukraine erleben müssen: Statt Sommer, Schulferien und Urlaub geht es für sie Tag für Tag ums Überleben." 40 Prozent der Menschen in der Ukraine seien auf humanitäre Hilfe angewiesen.

( S E R V I C E : )

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