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So war das "ZZ Top"-Konzert

Die "Kleine Band aus Texas" hat ein großes Konzert in der Wiener Arena abgeliefert

ZZ TOP © Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Vollgas-Spaß-Rock statt Mit-der-Zeit-Gehen - das funktioniert großartig, aber nur, wenn man cool und genial ist. Und die Alt-Rocker von ZZ Top sind das: Die "Kleine Band aus Texas" hat Donnerstagabend in der prall gefüllten Open Air Arena in Wien wieder einmal bewiesen, wie easy es sein kann, gutgestimmte Menschenmassen mit fantastischer Musik mitzureißen (wenn man immer noch cool und genial ist).

Innovation ist nicht so das Programm des 1969 zusammengefundenen Trios aus Houston. Seit damals ist das - äußerst erfolgreiche - Programm vielmehr: Vollgas-Rock('n'Roll) und Texas-Blues, völlig ohne Schnörksel, vor allem live präsentiert mit einer souveränen Lässigkeit, die es abseits einer ZZ-Top-Bühne eben nicht gibt.

Und natürlich funktioniert das Ganze nur, wenn man nicht nur eine ordentliche Latte an Hits aufzuweisen hat, sondern diese auch im höheren Alter noch brillant servieren kann: Gitarrist Billy Gibbons versteckt hinter seinem legendären Bart bereits 66 Jahre, "geigt" aber wie ein Junger. Dusty Hill am Bass und Frank Beard sind noch ein Jahr älter, stehen Gibbons aber um absolut nichts nach.

Innovation ist auch nicht so das Programm für ein ZZ-Top-Konzert: Natürlich gab es in der Arena viele Hits, vom Opener "Got Me Under Pressure" über "Gimme All Your Lovin'" bis zum zurückgelehnten "Rough Boy" - und ab "Sharp Dressed Man" wie üblich nur mehr Gitarren-Rock-Vollgas: "Legs" und als erste Zugabe - natürlich - "La Grange" sowie als Rausschmeißer den Elvis-Cover von "Jailhouse Rock". Und doch war musikalisch ein ganz anderer Song das Highlight des Abends: "Catfish Blues" von Robert Petway, mit Bassist Dusty Hill als phänomenalem Sänger - so "schwarz" hat eine weiße Bluesband (ausgerechnet) aus Texas überhaupt noch nie geklungen.

Fazit: Möge noch viel Bier die rauen Kehlen der ZZ-Top-Fans hinunter rinnen, bevor die drei größten Bärte des Rock 'n' Roll irgendwann doch verstummen müssen ...

Kommentare

Izmir-Ibel

Ist Billy Gibbons schon mit langem bart auf die Welt gekommen, oder wie schafft er es sonst, sich schon 66 Jahre dahinter zu verstecken?

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