Zypern von

Hilfeschrei in Richtung EU

Inselstaat flüchtet unter Rettungsschirm. Finanzsektor eng mit Griechenland verflochten.

Zypern - Hilfeschrei in Richtung EU © Bild: Reuters/Manolis

Das hoch verschuldete Zypern stellt einen Antrag auf EU-Hilfen. Das teilte die Regierung in einer Erklärung mit. Das Land galt schon seit einiger Zeit als Kandidat für den Euro-Rettungsschirm. Im Hilfsantrag verweist die Regierung auf die Auswirkungen der Griechenland-Krise. Es soll bis zu 10 Milliarden Euro betragen.

Mit Zypern flüchtet ein weiteres Euro-Land unter den Euro-Rettungsschirm. Zypern hat seine europäischen Partner um Hilfe aus den Krisenfonds EFSF oder ESM ersucht, wie die Regierung mitteilte. Als Begründung verwies der Staat auf die Auswirkungen der Griechenland-Krise. Die Banken beider Länder sind stark miteinander verflochten. Zypern übernimmt am 1. Juli den EU-Ratsvorsitz.

Griechenland, Irland und Portugal haben bereits EU-Hilfe beantragt. Spanien hat um Hilfe für seinen Bankensektor angesucht.

Rettungspaket von 10 Milliarden Euro
Das Rettungspaket für das hoch verschuldete Zypern soll bis zu 10 Milliarden Euro schwer sein. Ein solcher Betrag sei wahrscheinlich, verlautete am Dienstag aus Kreisen der Euro-Zone. "Der genaue Bedarf ist allerdings bisher nicht beziffert worden", hieß es weiter. Wahrscheinlich würden aber bis zu 7 Mrd. Euro für den klammen Staat und weitere 3 Mrd. Euro zur Stützung der Banken benötigt.

Kreditwürdigkeit auf Ramsch-Niveau
Zuvor hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Zyperns herabgestuft und auf Ramsch-Niveau gesetzt. Fitch führe Zypern jetzt nur noch auf BB +, teilte die Agentur am Montag in London mit. Zudem setzte die Agentur den Ausblick für Zypern auf "negativ". Damit ist in den kommenden Monaten eine weitere Herabstufung möglich.

Als Begründung für die negative Kreditbewertung nannte Fitch vor allem die Lage im Bankensektor des Eurolandes. Die Herabstufung sei die Folge eines wachsenden Kapitalbedarfs der großen Geschäftsbanken, hieß es in der Mitteilung. Die Experten von Fitch gehen davon aus, dass die Geldhäuser weitere Kapitalspritzen in einer Höhe von bis zu vier Milliarden Euro benötigen könnten.

Kommentare

christian95 melden

Wir verdienen nichts anderes! Wir haben JA zur EU gesagt!

Früher wurden die 100en Mrd. im eigenen Land invstiert und damit Wohlstand und Arbeitsplätze geschaffen. Heute bekommen sie die Banken in Griechenland, Spanien, Italien, Portugal, Zypern aber die Leute vor Ort sehen davon keinen Cent!

In den Empfängerländern, aber auch in den Geberländern gibt es Rekordarbeitslosigkeit; da stimmt doch etwas nicht!!!!

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Re: Wir verdienen nichts anderes! Tja Christian95, NUN haben wir DIE Probleme, welche wir ohne EU NICHT hätten, wenn man die finanzielle Ersparnis - ohne EU - nehmen könnten und in UNSER Land investieren....
Und Zypern hat sich bis jetzt besonders wirtschaftlich von den Russen "sponsern" lassen, die sollen zu ihrem Big Spender-Putin und Konsorten gehen und dort schnorren....

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