Zyklon "Pam" von

Hilferuf von Vanuatu

Präsident Baldwin Lonsdale: "Wir müssen alles wieder aufbauen"

Zyklon "Pam" © Bild: REUTERS/UNICEF Pacific/Handout via Reuters

Nach dem verheerenden Zyklon "Pam" im Pazifikstaat Vanuatu, der mindestens 24 Opfer gefordert hat, hat Präsident Baldwin Lonsdale die internationale Gemeinschaft dringend um Hilfe gebeten. Vanuatu brauche "sofort" humanitäre Hilfe, sagte Lonsdale am Montag am Rande einer UN-Konferenz zur Katastrophenvorsorge im japanischen Sendai.

Sein Land benötige aber auch langfristig Unterstützung, um die von dem Wirbelsturm zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen. "Wir müssen alles wieder aufbauen", sagte Lonsdale.

Der Politiker erklärte vor der Rückkehr in seine Heimat, seine Regierung habe in den vergangenen Jahren viel für die Entwicklung Vanuatus getan. "Dann kam dieser große Zyklon und hat alles einfach zerstört. Die ganze Infrastruktur, welche die Regierung aufgebaut hat, ist komplett zerstört."

Auswirkung des Klimawandels?

Der verheerende Zyklon "Pam" im Pazifik könnte nach Experten-Einschätzung eine Auswirkung des Klimawandels sein. "Die Rechenmodelle sagen alle voraus, dass die tropischen Wirbelstürme nicht häufiger werden, aber dass die Zahl der besonders starken Stürme steigt", sagte der Klimaforscher Mojib Latif vom Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung am Montag.

"Aber die Datenbasis reicht noch nicht aus, um sichere Aussagen treffen zu können." Dies werde erst in Jahrzehnten möglich sein. "Der Zyklon könnte aber ein Vorbote davon sein, was auf die Region zukommt", sagte Latif.

Die Folgen der Wirbelstürme seien auch wegen des Anstiegs des Meeresspiegels gravierender, erläuterte Latif: "Seit 1900 ist der Meeresspiegel im Westpazifik um 20 Zentimeter gestiegen." Darum seien auch die Flutwellen höher, die an Land große Schäden anrichteten.

Situation auf Tanna "viel schlimmer"

Ein Team der Hilfsorganisation Care hat am Montagnachmittag (Lokalzeit) die Insel Tanna im Süden von Vanuatu erreicht und von Zerstörungen durch den Zyklon "Pam" berichtet, die noch viel schlimmer sind als jene in der Hauptstadt Port Vila. Das sagte Tom Perry von Care International im Gespräch mit der APA.

Nach Schätzungen des Care-Mitarbeiters, der sich seit Sonntag in Port Vila aufhält, sind durch den katastrophalen Sturm in der Nacht auf Samstag 80 bis 90 Prozent der Gebäude der Stadt zerstört oder schwer beschädigt worden. Details zur Lage auf der Insel Tanna konnte Perry zunächst nicht schildern, da seinen Angaben zufolge die Kommunikation innerhalb des Landes weiterhin schwierig ist.

In Port Vila funktionierte die Wasserversorgung am Montag lediglich im Stadtzentrum. Ebenfalls nur in Teilen der Stadt gab es Strom. Für die tausenden Obdachlosen wurde mit der Errichtung von Behelfsunterkünften begonnen. "Das ist eine sehr kritische Situation", sagte Perry mit Blick auf die Menschen, die ihre Bleibe verloren haben.

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