Zwischen Behutsamkeit und Überforderung: Joseph Ratzinger ist seit fünf Jahren Papst

Schönborn: "Mit großer Entschiedenheit gehandelt" Papst-Kritiker Boff: "Ihm fehlt es quasi an allem"

Zwischen Behutsamkeit und Überforderung: Joseph Ratzinger ist seit fünf Jahren Papst © Bild: Reuters/Bianchi

Fünf Jahre nach der Wahl des Deutschen Joseph Ratzinger zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche war "Papa-Day" für Papst Benedikt XVI. im Vatikan und in Italien. In den stürmischen Zeiten der Kritik am Vatikan und auch an Benedikt XVI. u.a. wegen der Missbrauchsskandale hatte die römische Kurie nur ein kleines Programm für den Papst vorbereitet. Papst Benedikt XVI. ist das erste deutsche Oberhaupt der katholischen Kirche seit fast 500 Jahren. Die ersten fünf Jahre seines Pontifikats waren geprägt von Kontroversen um den interreligiösen Dialog und zuletzt um den Umgang mit den Missbrauchsfällen in katholischen Einrichtungen. Derzeit steht der 83-Jährige unter Kritik, weil er bisher nicht ausdrücklich auf die Missbrauchsfälle in seiner Heimat eingegangen ist.

Das Geburtstagsprogramm drückte ein "Zusammenrücken" der Kardinäle und Bischöfe aus, die Solidarität mit ihrem Kirchenoberhaupt demonstrierten. Etwa 60 Purpurträger von allen Kontinenten luden Benedikt zum Mittagessen in den Ducale-Saal des Vatikans ein. So hatten sie bereits 2007 den 80. Geburtstag des Deutschen gefeiert, den die Italiener gern "Papa Benedetto" nennen. Wie schon an seinem 83. Geburtstag am vergangenen Freitag konnte es der Papst, der am Wochenende Malta besucht hatte, ansonsten am Jahrestag seiner Wahl ruhig angehen lassen. Ein Konzert zum Jubiläum ist erst zehn Tage später im Vatikan geplant.

"Behutsame Reformen"
Papst Benedikt XVI. bevorzuge den Weg der behutsamen Reformen in der Kirche. Das sagte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, in einem Kathpress-Interview. "Ich glaube, es gibt kaum jemanden in der Kirche, der eine so differenzierte und präzise Wahrnehmung hat von vielem, was sich in der Kirche weltweit tut", stellte der Wiener Erzbischof fest. Der Papst wisse auch "sehr genau Bescheid", wo die Schwachstellen in der Kurie und in seiner engeren Umgebung seien und dass eine Kurienreform notwendig sei.

Benedikt XVI. sei aber nicht jemand, der energisch durchgreift: "Es war immer schon so, dass er einen sehr behutsamen Weg geht, nicht drastische Maßnahmen setzt, außer in ganz dramatischen Fällen." Zu diesen Ausnahmen zählen, wie Kardinal Schönborn betonte, die Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche, wo Benedikt XVI. mit großer "Entschiedenheit und Klarheit gehandelt hat".

"Ihm fehlt es quasi an allem"
Der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff hat die Amtsführung von Papst Benedikt XVI. scharf kritisiert. Der Papst sei die Geisel einer konservativen und reaktionären Sicht auf das Christentum und unfähig zu grundlegenden Reformen, sagte Boff der "Süddeutschen Zeitung". "Er schafft es nicht, den Lehrer sein zu lassen und sich ganz als Hirte zu begreifen." Es mangele dem Papst "quasi an allem, insbesondere aber an Charisma".

Auch den Umgang der Kirche mit den Missbrauchsfällen kritisierte der 71-Jährige scharf: Die kirchlichen Autoritäten hätten versucht, die Fakten zu verheimlichen, damit ihre Glaubwürdigkeit nicht gefährdet werde. Diese Haltung sei falsch und pharisäerhaft: "Pädophilie ist ein Verbrechen, das vor die Strafgerichte gehört."

Boff war in den 80er Jahren wegen seiner kirchenkritischen Äußerungen vom jetzigen Papst, der damals Chef der Glaubenskongregation war, mit einem einjährigen Bußschweigen belegt worden. Er habe damals vergeblich versucht, ihn davon zu überzeugen, dass sich die Kirche den Unterdrückten zuwenden müsse, sagte Boff: "Aber alles war vergebens. Er hat sich nicht geändert, er ist nur noch schlimmer geworden."

(apa/red)

Kommentare

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Der Deutsche ist..... ....der schlechteste Papst der je der katholischen Kirche vorstand. Gott sei Dank hat mich das nicht mehr zu interessieren, weil ich aus dieser Kriche ausgetreten und seither glücklicher Evangelischer bin!

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Re: Der Deutsche ist..... Meiner Meinung nach ist der Mann in jeder Hinsicht
einfach überfordert.
Die Schuhe seines Vorgängers sind im einfach zu groß!!

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5 Jahre Papst! Wahrlich ich sage Euch, daß ist kein Grund zum Feiern!!

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Re: 5 Jahre Papst! Schönborn: "... die Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche, wo Benedikt XVI. mit großer "Entschiedenheit und Klarheit gehandelt hat".
Was Kardinal Schönborn sagt ist die typische "Schleimerei" gegenüber dem Papst. Es stimmt einfach nicht!
Pfarrer Schermann beschreibt in KIRCHE IN u.a. den Fall des "Serienverbrechers im Talar", den Gründer des Ordens der "Legionäre Christi" Marcial Degollado (1920-2008), der nur durch die Ausdauer seiner Opfer als grauslicher Wüstling entlarvt wurde. Ratzinger, schon als Papst, enthob in zwar seiner Ämter, schaltete aber nicht die Justizbehörden ein. Nach dem Tode Degollados kam heraus, dass er zusätzlich unter einem falschen Namen auch ein zweites Leben mit einer Frau geführt hat, von der er zwei Kinder hatte.

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Re: 5 Jahre Papst! Um 5 Jahre zuviel!!!!!!!!!!1

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Re: 5 Jahre Papst! ich glaube nicht,dass sich ratzinger als nachfolger christi auf erden bezeichnen darf - pfui deibel, bei dem gedanken wird mir übel!

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Re: 5 Jahre Papst! Mir wird übeler als übel und wenn ich daran denke, dass zu Zeiten der Inquisition Menschen für weit weniger, als Ratzinger Schuld auf sich geladen hat, gefoltert, gequält und zu Tode gebracht worden sind, dann wird sich Jesus Christus nicht freuen, von so einem "Stellvertreter auf Erden" zu hören. Den wird er nach seinem Tode wohl in das Fegefeuer schicken!

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Re: 5 Jahre Papst! da kennst du jesus schlecht....!

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