Zweiter Landeanflug: Air Berlin geht mit stark gesenkter Preisspanne an die Börse

Erster Preis für die Aktie lag bei 12,65 Euro Air Berlin will mit erhofftem Erlös neue Jets kaufen

Der Billigflieger Air Berlin ist im zweiten Anflug auf die Börse holprig gelandet: Die Aktie der Berliner Fluggesellschaft wurde am Donnerstag mit einem ersten Preis von 12,65 Euro notiert, büßte dann aber ein und schloss bei nur noch 11,25 Euro. Der Ausgabepreis hatte zuvor bei 12 Euro gelegen. Air Berlin ist mit 24 Prozent an "Niki", der Billigfluggesellschaft von Niki Lauda, beteiligt.

Begleitet von zahlreichen Medienvertretern war Air-Berlin-Chef Joachim Hunold zum Start an der Börse selbst am Frankfurter Handelsplatz erschienen. Als der erste Preis von 12,65 Euro bekannt gegeben wurde, strahlte der Airline-Boss, war doch der Emissionspreis von 12,00 Euro leicht übertroffen. Ursprünglich hatte die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ihre Papiere für 15 bis 17,50 Euro angeboten, was Investoren aber als zu teuer bezeichnet hatten. Deshalb war der zunächst für vergangenen Freitag geplante Börsengang verschoben worden.

Im Sender n-tv äußerte sich Hunold denn auch "richtig zufrieden". Dass der Börsengang verschoben und die Preisspanne für die Aktie deutlich gesenkt werden musste, führte der Vorstandschef auch auf die zuletzt wieder stark gestiegenen Ölpreise zurück. Die Kurse von Wettbewerbern seines Unternehmens seien teilweise um bis zu 20 Prozent abgesackt, betonte er.

Hunold kündigte die Veröffentlichung des Halbjahresergebnisses für Ende Juli an, danach werde vierteljährlich berichtet. Air Berlin ist die zweitgrößte Fluggesellschaft und die größte Billigfluggesellschaft in Deutschland. Das Unternehmen beförderte 2005 rund 13,5 Millionen Passagiere und machte 1,22 Mrd. Euro Umsatz.

Laut Air Berlin war die Aktie auf dem Niveau des Emissionspreises zweifach überzeichnet. Das Emissionsvolumen beträgt rund 443,5 Mio. Euro. Insgesamt wurden 36,956.521 Aktien zugeteilt, zuzüglich 5,543.479 Aktien im Rahmen der Mehrzuteilungsoption. Dem Unternehmen fließen nach eigenen Angaben aus dem Verkauf der Aktien aus der im Rahmen des Börsengangs beschlossenen Kapitalerhöhung brutto rund 234,8 Mio. Euro zu. Die Air Berlin PLC habe sich ebenso wie die abgebenden Aktionäre dazu verpflichtet, innerhalb eines Zeitraumes von insgesamt sechs Monaten ab dem Tag der Börsenzulassung der Aktien keine Aktien auszugeben beziehungsweise zu verkaufen, hieß es in der Mitteilung.

Den Gang an die Börse hatte Hunold schon bei der Bekanntgabe seiner Aktienmarkt-Pläne im März damit begründet, dass Wachstum im hart umkämpften europäischen Markt nur möglich sei, wenn man sich auf der Kapitalseite entsprechend aufstelle. (apa/red)