Nationalratswahl 2017 von

Zweite schwarz-blaue oder
zweite rot-blaue Koalition?

Erfahrung gesammelt haben die Blauen schon sowohl mit der ÖVP als auch mit der SPÖ

Nationalratswahl 2017 - Zweite schwarz-blaue oder
zweite rot-blaue Koalition? © Bild: APA/Hochmuth

Sollte die Große Koalition mit dieser Nationalratswahl tatsächlich beendet sein, wird - mangels anderen Mehrheiten - höchstwahrscheinlich die FPÖ wieder zu Regierungsehren kommen. Erfahrung gesammelt haben die Blauen schon, sowohl mit der ÖVP als auch mit der SPÖ. In Summe waren sie bisher fast neun Jahre in der Regierung, und zwar immer als kleiner Koalitionspartner.

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Dies auch bei Schwarz-Blau: Denn obwohl sie bei der Wahl 1999 knapp mehr Stimmen bekamen als die ÖVP, überließ Jörg Haider Wolfgang Schüssel das Kanzleramt und somit der nur drittstärksten ÖVP die Hauptrolle. Diese Regierungsbeteiligung bekam der FPÖ auch schlecht: Sie erlebte in der Folge bei fast jeder Wahl ein Debakel, 2005 sprengte es die Partei - in der Regierung blieb (bis zur Wahl 2006) das neue BZÖ Haiders.

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Dessen Kür zum FPÖ-Chef war zwei Jahrzehnte zuvor der Grund dafür, dass Kanzler Franz Vranitzky (SPÖ) 1986 die damalige (seit 1983 bestehende) rot-blaue Koalition beendete. In der Folge waren für die SPÖ - und lange Zeit auch für die ÖVP - Koalitionen mit der FPÖ tabu. Die ÖVP brach dieses Tabu schon 1999, während die SPÖ erst jetzt eine Zusammengehen mit den Blauen nicht mehr kategorisch ausschließt.

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Die Verweigerung der Zusammenarbeit mit der FPÖ war auch ein Grund dafür, dass in Österreich über die längste Zeit die Große Koalition regierte: Mehr als 44 der 72 Jahre seit der Angelobung der ersten Nachkriegs-Regierung am 25. November 1945 regierten SPÖ und ÖVP gemeinsam.

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