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Es gibt eine Zweiklassenmedizin

Zwei Drittel der Österreicher meinen: Wer mehr bezahlt, wird besser behandelt.

Gesundheit - Es gibt eine Zweiklassenmedizin © Bild: © Corbis. All Rights Reserved.

Fragt man den niederösterreichischen Patientenanwalt Gerald Bachinger, ob es in Österreich eine Zweiklassenmedizin gibt, erzählt er von Fällen wie diesem: Ein Patient, der an starken Knieschmerzen litt, wurde vom Arzt zu einer MRT geschickt. Bei Anruf im Röntgeninstitut hieß es, der nächste Termin sei trotz starker Schmerzen erst in drei Wochen frei. Auf seine Bitte, ob es auch schneller ginge, erhielt er die Auskunft: Für 190 Euro in bar könne er doch schon in zehn Tagen kommen.

Er nahm an – und war dann sehr erstaunt. Die Untersuchung fand während der normalen Ordinationszeiten statt und die Überweisung der Krankenkasse wurde zu Verrechnungszwecken einbehalten. Anderes Beispiel: Ein praktischer Arzt mit Kassenvertrag wirbt im Internet offen damit, dass für 50 Euro Honorar ein Termin ohne Wartezeit – außerhalb der Ordinationszeiten – möglich sei. Die Untersuchung selbst werde „wie üblich mit der Krankenkasse abgerechnet“.
Beides dürfte nicht passieren. Bachinger: „Es gibt immer wieder neue Formen von Zweiklassenmedizin, die offenbar als akzeptabel angesehen werden. Ärzte verschaffen sich so ein Zusatzeinkommen.“

Befragt man die Österreicherinnen und Österreicher zum Thema Zweiklassenmedizin, sind die Antworten eindeutig, wie eine Studie des Marktforschungsinstituts meinungsraum.at für NEWS zeigt. 65 Prozent der Befragten stimmen der Aussage „In Österreich braucht man heutzutage eine Zusatz-Krankenversicherung, sonst erhält man nicht die beste medizinische Versorgung“ zu.

Vorzug für Privatversicherte befürchtet

68 Prozent der Befragten meinen, dass man ohne Zusatzversicherung nicht die bestmöglichen Medikamente erhält. Und sogar 91 Prozent sind der Meinung, dass privatversicherte Patienten bei planbaren Operationen vorgezogen werden.

Alarmierend für die Verantwortlichen: 29 Prozent der Befragten geben an, sie seien von Ärzten schon dazu aufgefordert worden, in deren Privatordination zu kommen, um dann in einem öffentlichen Spital bevorzugt behandelt zu werden.

Die ganze Story finden Sie im aktuellen NEWS in Ihrem Zeitschriftenhandel oder als E-Paper Version.

Kommentare

Stimmt definitiv, in Österreich gibt es die Zweiklassenmedizin sehr wohl. Habe selbst erlebt wie meine schwerst kranke Mutter ( mit Mindestpension ) nur durch mein Zutun jene Behandlung bekam, welche sie sich sonst hätte nicht leisten können. Ebenso sind rasche und oft sehr entscheidende Untersuchungen NUR privat auch wirklich rasch zu bekommen. Alle anderen werden zum Waren verurteilt.

Tavington melden

wo liegt das problem?! leute die mehr zahlen sollen auch mehr und bessere leistungen bekommen. die sozialfälle, die nicht arbeiten, rauchen, trinken und eine menge kinder auf die welt setzen sollen glücklich sein, dass sie überhaupt irgendeine leistung kriegen. jeder kennt die märchen mit der grille und dien ameisen.

strizzi1949
strizzi1949 melden

Wer redet von Sozialfällen? Es geht darum, dass regulär Versicherte schlechter behandelt werden als solche, die privat zahlen! Dass man mit einer privaten Krankenversicherung im Spital besser behandelt wird, finde ich OK!

Entwarnung!
Ich wurde unlängst von einer sehr kompetenten Person darüber aufgeklärt wie es zu der Annahme der 2 Klassenmedizin kommt.
Also, z.b. ein praktischer Arzt bekommt im Quartal sagen wir 10 Untersuchungen (Mrt, Ct, oder sonst was) von der Kassa vergütet.
(10 ist ja nur eine fiktive Zahl).
Dem 11. Patient der ein mrt benötigt würde der Arzt selber zahlen müssen. Daher - privat Zahlen!

Das Problem ist nicht die Zusatzversicherung die man hat oder nicht hat, sondern die Gier mancher Ärzte in deren Folge dann das zusätzliche Geld bestimmt, was das Patient bekommt bzw wann er an der Reihe ist. Das gilt übrigens auch für die verschiedenen Krankenkassen mit verschiedenen Leistungen. Daher sollte die Ärztekammer solchen schwarzen Schafen die Berechtigung entziehen, und die Politik dafür sorgen, dass es nur mehr eine einzige Krankenkassa gibt und damit für alle Patientien einheitliche Leistungen bezahlt werden. Alles was darüber hinaus gewünscht wird, kann die Zusatzversicherung abdecken.

Ich leiste mir meine Zusatzversicherung. Ich fahre nicht auf eine großartige Reise, sondern bin mit ein paar Tagen in Österreich zufrieden. Verstehen sie mich bitte nicht falsch, ein jeder soll selber seine Art zu leben entscheiden und dann nicht schreien wenn es eine Zusatzversicherung (die ich bezahle) gibt, die meinen Krankenhausaufenthalt finaziert

Das ist logisch, dass es eine 2 oder sogar 3 Klassen Versicherung gibt. War so und wird immer sein. Wer Geld hat, kann sich eine Zusatzversicherung leisten und hat berechtigte Erwartungen. Er zahlt dafür. Wer im öffentlichen Interesse steht, ist sowieso zusatzversichert und noch zusätzlich aus dem "Schneider".

Hans Georg Wilhelm Schnurz

Zeimal im UKH Graz, zweimal die erste Frage: "Haben sie eine Zusatzversicherung?"
Dazu bleiben keine Fragen mehr.

Seekuh44
Seekuh44 melden

Ja und? Überraschung?
Wenn mir meine Gesundheit etwas Wert ist, dann investiere ich eben so gut wie möglich. Gesunde Lebensführung (Sport, gesunde Ernährung, kein Rauchen/Alkohol usw) UND ich leiste mir eine private Krankenversicherung. Die, die kein/zuwenig Geld haben, sollten mal mit dem Rauchen aufhören, da haben sie schon einiges für ihre Gesundheit getan!

11223344 melden

ein wenig bist schon seltsam, bin nichtraucher, trinke nichts und mache viel sport. habe aber von geburt an ein herzproblem und bin kein grossverdiener. und jetzt kommst du ............... der nick sehkuh passt, viel körper und null hirn. wie kann ein mensch nur so dumm posten. keine ahnung was in der welt passiert und das maul blöd aufreissen.

günza melden

Die Überschrift stimmt nicht. Wir haben eine drei Klassen Medizin. 3 Klasse= die normalen Sozialversicherten. 2 Klasse = die mit einer Zusatzversicherung und höherem Gehalt als der Durchschnitt 1 Klasse = die Reichen. Die fliegen in der Weltgeschichte herum und kaufen sich die beste Versorgung die sie bekommen können. Da gehören natürlich auch die Sportler dazu.

günza melden

Ein Herminator hat nach seinem Unfall wieder Rennen gewonnen. Wenn das einem Klasse 3 Patienten passiert ist der Fuß ab. Ist doch viel zu teuer den zu retten und anschließend darf er auf Sozialunterstützung hoffen und darum Betteln. Und bitte, genau so ist es.

123harry

bin erst 14 tage aus dem spital

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