Zwei verpatzte WM-Proben: Polen und Tschechien präsentierten sich noch schwach

Polen verlieren zu Hause gegen Kolumbien mit 1:2 Tschechen bei 1:0 über Costa Rica nicht überzeugend<br>Weltmeister Brasilien feiert Schützenfest gegen Luzern

Zwei Vorrunden-Gegner der deutschen Nationalmannschaft haben sich zehn Tage vor WM-Beginn in schwacher Form präsentiert. Polen verlor in Chorzow gegen Kolumbien mit 1:2. Costa Rica, Auftaktgegner des DFB-Teams am 9. Juni in München, unterlag Tschechien mit 0:1. Den Treffer erzielte Vratislav Lokvenc von Red Bull Salzburg.

Ein kurioses Tor des kolumbianische Torhüters Luis Martinez bescherte Polens Team einen bitteren Abschied vor der Abreise zur WM. Ein Ausschuss von Martinez in der 63. Minute schlug 16 Meter vor Polens Tor einmal auf und senkte sich in hohem Bogen über den zu weit vor dem eigenen Tor platzierten Ersatztorhüter Tomasz Kuszczak zum 0:2 ins Netz. Polen erzielte in der 91. Minute durch Ireneusz Jelen den späten Anschlusstreffer, die 1:2 (0:1)-Niederlage verhinderte er aber nicht.

Elkin Murillo hatte die Südamerikaner, welche die Qualifikation zur WM verpasst hatten, nach 20 Minuten in Führung gebracht. Die 20.000 enttäuschten Zuschauer in Chorzow verabschiedeten ihre Mannschaft, die in der Qualifikation zur WM Österreich zwei Mal besiegt hatte, daraufhin mit Pfiffen. Von den zwei in der Bundesliga engagierten Austria-Wien-Legionären wurde Arek Radomski in der 46. Minute eingewechselt. Sebastian Mila kam nicht zum Einsatz.

Auch Tschechien präsentierte sich gegen Costa Rica nicht in WM-Form. Dank eines Treffers des Salzburg-Legionärs Lokvenc (82.), der nach Flanke des Ex-Austrianers Libor Sionko per Kopf traf, gingen die Tschechen nach mühsamen 90 Minuten doch noch als Sieger vom Platz. Lokvenc war erst in der 71. Minute eingewechselt worden, Sionko spielte die gesamte zweite Spielhälfte.

Als Entschuldigung kann allerdings geltend gemacht werden, dass die Tschechen ohne die verletzten Stammkräfte Tomas Rosicky, Tomas Galasek und Vladimir Smicer sowie die von Teamchef Karel Brückner zunächst geschonten Pavel Nedved, Karel Poborsky, Milan Baros, Tomas Ujfalusi und Petr Cech antraten. Costa Rica war über die gesamte Spielzeit ein harmloses Team, Ronald Gomez hatte mit einem Distanzschuss die einzig nennenswerte Chance.

Brasilien in Torlaune
Titelverteidiger Brasilien hat sich in Basel gegen den FC Luzern warmgeschossen. Die "Seleçao" gewann am Dienstagabend das ungleiche Kräftemessen mit 8:0 (3:0). 31.000 Zuschauer im ausverkauften St.-Jakob-Park feierten die Spieler des fünffachen Weltmeisters wie Popstars. Die Tore erzielten Kaka (20.), Adriano (38., 86.), Ronaldo (43., 59.), Lucio (61.), Juninho (71.) und Robinho (78.).

Gegen den Schweizer Erstliga-Aufsteiger bot Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira seine angekündigte Stammformation auf. So standen auch Ronaldo, Cafu und Roberto Carlos in der Anfangself. Die Innenverteidigung bildeten die Deutschland-Legionäre Lucio (Bayern München) und Juan (Bayer Leverkusen). Auffälligster Spieler war Kaka: Der Mittelfeldstratege vom AC Milan und Nebenmann von Ronaldinho sorgte für viel Tempo. Nach einer guten Stunde wechselte Parreira sieben Spieler aus.

Die letzte Bewährungsprobe vor der WM bestreiten die Brasilianer am Sonntag (18.00 Uhr) in Genf gegen Neuseeland. Am selben Abend reist der WM-Favorit ins Trainingsquartier nach Königstein bei Frankfurt/Main. Die erste Vorrunden-Begegnung steht am 13. Juni in Berlin gegen Kroatien an.

WM-Neuling Elfenbeinküste kam gegen Chile am Dienstag ebenfalls über ein 1:1 (0:0)-Unentschieden nicht hinaus. Die Westafrikaner gingen in Vittel/Frankreich durch ein Elfmetertor von Aruna Dindane (71.) zwar in Führung, das nicht für die WM qualifizierte Chile glich sechs Minuten später durch Humberto Suazo (77.) allerdings aus.

(apa/red)