Zwei neue Mitglieder in der NATO-Familie:
Kroatien und Albanien das 27. und 28. Land

"Haben sehr hart an den Standards gearbeitet" Sollen auf NATO-Gipfel feierlich begrüßt werden

Zwei neue Mitglieder in der NATO-Familie:
Kroatien und Albanien das 27. und 28. Land © Bild: Reuters

Die NATO kann ihren Jubiläumsgipfel am Wochenende mit zwei neuen Mitgliedern feiern: Kroatien und Albanien vollzogen ihren langersehnten Beitritt zu dem Militärbündnis, wie ein Sprecher des NATO-Hauptquartiers in Brüssel mitteilte. Die Ratifizierungsurkunden der beiden neuen und der 26 alten NATO-Mitglieder seien in Washington hinterlegt worden, bestätigte auch das US-Außenministerium. Auf dem NATO-Gipfel in Baden-Baden und Straßburg sollen Kroatien und Albanien feierlich als neue Mitglieder begrüßt werden.

Die NATO dehnt sich damit bis in die Region aus, in der sie 1995 ihren ersten Auslandseinsatz absolvierte. Die Allianz griff damals in den Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina ein. Vier Jahre später bombardierten NATO-Flugzeuge Belgrad, um das Vorgehen serbischer Truppen gegen die albanischstämmigen Einwohner des Kosovos zu stoppen.

Zitterpartie für Kroatien
Vor allem Kroatien hatte lange um seinen Beitritt zittern müssen, den das Nachbarland Slowenien zu blockieren drohte. Wegen eines Grenzstreits forderten slowenische Nationalisten eine Volksabstimmung über den NATO-Beitritt Kroatiens, sie brachten aber bei weitem nicht genug Unterschriften zusammen. Am vergangenen Freitag unterzeichnete der slowenische Präsident Danilo Turk schließlich die Ratifizierungsurkunde.

"Wir sind entschlossen, unseren Teil der Verantwortung für den Weltfrieden und die Stabilität an Orten wie Afghanistan und in anderen Teilen der Welt zu übernehmen", sagte Kroatiens Botschafter Kolinda Grabar-Kitarovic bei der Zeremonie in Washington, ohne Einzelheiten zu nennen. Auch Albanien sei bereit, alle Herausforderungen und Verantwortungen zu übernehmen, die eine NATO-Mitgliedschaft mit sich bringe, sagte der albanische Botschafter Aleksander Sallabanda.

"Haben hart gearbeitet"
"Albanien und Kroatien haben sehr hart gearbeitet, um die Standards der Allianz zu erfüllen", sagte NATO-Sprecher James Appathurai in Brüssel. "Sie haben eine sehr schwierige Periode in der Geschichte des Balkan hinter sich. Nun werden sie ihren vollen Platz im Bündnis einnehmen", sagte Appathurai.

Beim NATO-Jubiläumsgipfel am Freitag und Samstag in Straßburg, Kehl und Baden-Baden werden beide Länder erstmals mit vollem Stimmrecht teilnehmen. An dem Gipfel nehmen die Staats- und Regierungschefs der 28 NATO-Staaten teil.

(apa/red)