Zwei Millionen Menschen auf der Flucht: EU beschließt 100 Mio. € Soforthilfe für Darfur

Geld für rasche Wiederansiedelung der Flüchtlinge 200.000 Menschen in letzten drei Jahren getötet

Die EU hat eine Soforthilfe von 100 Millionen Euro für die sudanesische Krisenregion Darfur zugesagt. Das Geld solle vor allem bei einer raschen Wiederansiedlung der Flüchtlinge helfen, hieß es aus Brüssel. Die rund zwei Millionen Flüchtlinge der Region bräuchten Unterstützung wie Nahrungsmittelhilfe, Werkzeuge und Saatgut, um in ihrer Heimat wieder auf die Beine zu kommen.

In Darfur kämpfen seit mehr als drei Jahren schwarzafrikanische Rebellen gegen die arabisch-islamische Regierung in Khartum. Seit Beginn des Konflikt kamen Schätzungen zufolge bis zu 300.000 Menschen ums Leben, mehr als zwei Millionen wurden in die Flucht getrieben.

Im nigerianischen Abuja verhandelt die Afrikanische Union (AU) mit Hilfe internationaler Vermittler zur Zeit mit den Rebellen über ein Friedensabkommen. Es sieht eine weitgehende Autonomie Darfurs sowie eine größere Teilhabe der Region an der Macht und dem Reichtum des Landes vor. Die Rebellen verweigern aber bislang ihre Unterschrift unter das Abkommen. Bis Mitternacht (Ortszeit) war eine zuvor bereits zwei Mal verlängerte, nun aber als endgültig bezeichnete Frist zur Unterzeichnung angesetzt.

EU-Entwicklungskommissar Louis Michel hofft nach eigenen Angaben auf die "bevorstehende Unterzeichnung" des Vertrages. Er werde ein "echter Fortschritt" auf dem Weg zu einem friedlichen und sich entwickelnden Sudan sein. Die EU werde so lange humanitäre Hilfe leisten, "wie die verletzliche Bevölkerung" sie brauche. (apa)