Zwei Drittel leiden an Bluthochdruck: Stress
am Arbeitsplatz ist ein wesentlicher Faktor

Überforderung und viel Arbeit erste Stress-Faktoren Ideal für jedes Alter ist Blutdruck von 80 zu 120

Stress am Arbeitsplatz führt sehr oft zu Bluthochdruck. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie des Cloppenburger Professors Jochen Schrader, die jetzt auf dem Kongress der Deutschen Hochdruckliga in München vorgestellt wurde.

Für die Studie wurde bei 3.500 Berufstätigen im Verlauf von fünf Jahren mehrmals eine 24-Stunden-Messung des Blutdrucks vorgenommen. Bei zwei Dritteln aller Untersuchten wurde Bluthochdruck am Arbeitsplatz festgestellt - ein Wert, der auch ihn überrascht habe, sagte der Klinikchef. Vor allem Überforderung sowie viel Arbeit bei wenig Entscheidungskompetenz führe zu negativem Stress und hohem Blutdruck.

Die 24-Stunden-Messung sei für die neuen Erkenntnisse entscheidend gewesen. Denn viele Personen seien beim Arzt nervös und hätten deswegen dort erhöhte Blutdruckwerte, während andere sich in der Praxis wohler fühlten als am Arbeitsplatz und entsprechend niedrigere Werte zeigten.

Den Blutdruck beim Arzt zu messen, sei eigentlich die schlechteste Methode, sagte Kongresspräsident Martin Middeke. Sogar Zuhause selbst messen sei besser. Die Praxismessung führe bei 20 bis 30 Prozent der Patienten zu einem Überschätzen des Blutdrucks, bei 17 Prozent zum Unterschätzen. Damit könne eigentlich keine Medikation gerechtfertigt werden: "Wir verordnen den Patienten ja schließlich Medikamente und keine Zuckerln", sagte der Internist.

Zwei bis drei Millionen Österreicher leiden an Hypertonie. Nur die Hälfte der Betroffenen wird behandelt. Bluthochdruck schädigt Herz, Gefäße, Nieren und Augen. Als Idealwert für alle Altersgruppen nennt die Hochdruckliga einen Blutdruck von 80 zu 120.

(apa/red)