Zuspamen und dafür gratis telefonieren: Verblüffende Strategie des Betreibers Blyk

Kostenlose Handynutzung und dafür Werbe-SMS Angebot bleibt auf 16- bis 24-Jährige beschränkt

Zuspamen und dafür gratis telefonieren: Verblüffende Strategie des Betreibers Blyk © Bild: T-Mobile

Das finnisch-britische Mobilfunkunternehmen Blyk setzt auf ein neuartiges Geschäftskonzept: Handy-Kunden des Anbieters können kostenlos telefonieren und SMS versenden, wenn sie sich im Gegenzug dazu bereit erklären, Werbebotschaften auf ihrem Mobiltelefon zu empfangen. Beschränkt ist dieses Angebot allerdings auf die Nutzergruppe der 16- bis 24-Jährigen.

Diese seien besonders werbeaffin und würden sich deshalb besser als andere Altersgruppen für ein derartiges Modell eigenen, heißt es von Seiten Blyks. Derzeit ist der Mobilfunkanbieter mit seinem werbefinanzierten Geschäftsansatz allerdings nur in Großbritannien vertreten, noch in diesem Jahr will man aber auch in den Niederlanden starten. Wie das Unternehmen kürzlich verlauten ließ, plane man zudem für 2009 eine Expansionswelle. Im Visier seien dabei vor allem die Märkte Deutschland, Belgien und Spanien.

Erfolg in Großbritannien
"Die jungen Konsumenten interessieren sich für Informationen zu beliebten Marken und die Interaktion mit diesen - wofür sie im Gegenzug kostenlos mobil telefonieren und SMS verschicken können", erklärt Pekka Ala-Pietilä, CEO und Mitbegründer von Blyk. Der Erfolg in Großbritannien, der an beständig steigenden Kundenzahlen abzulesen sei, beweise, dass Blyk ein funktionierendes Jugendmedium sei. "Wir hoffen nun, diesen Erfolg in weiteren Ländern wiederholen zu können", ergänzt Ala-Pietilä. Deutschland, Belgien und Spanien würden in dieser Hinsicht große Potenziale und Chancen für den Mobilfunker bieten. "Unsere Recherchen zeigen, dass junge Menschen in diesen Märkten positiv auf das Angebot von Blyk reagieren", betont Ala-Pietilä. Es sei nun wichtig, gute Leute vor Ort zu finden, die die Begeisterung für diesen neuen Geschäftsansatz teilen. Diese sollten Blyk beim Ausbau zu einem wichtigen Jugendmedium im jeweiligen Land unterstützen.

Offene Fragen
"Was das Thema Werbung am Handy betrifft, gibt es derzeit noch viele offene Fragen", stellt Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft ,fest. So sei etwa die Effizienz dieser Werbeform bislang noch nicht ausreichend nachgewiesen. "Entscheidend ist in diesem Zusammenhang vor allem die Frage, wie Werbung am Mobiltelefon gestaltet werden muss, um den Konsumenten effizient ansprechen zu können", erläutert Nickel. Doch auch wenn dies gelänge, bleibe immer noch das Problem der Akzeptanz. "Selbst bei einem kostenlosen Modell bleibt die Akzeptanz bei den Handy-Besitzern fraglich", meint Nickel. Auch dass das Blyk-Angebot auf 16- bis 24-Jährige beschränkt ist, sei laut dem Werbeexperten nicht unproblematisch. "Gerade Jugendliche sind in Sachen Werbung besonders kritisch. Eine Beschränkung auf bestimmte Altersgruppen beschneidet zudem die mögliche Palette an Werbeprodukten", merkt Nickel an.

Laut dem Unternehmen ist die angekündigte Expansion von Blyk eine Konsequenz des Erfolgs in Großbritannien. Nach eigenen Angaben fand das Geschäftskonzept dort so schnell Anklang, dass das Jahresziel von 100.000 Kunden schon sechs Monate vor dem geplanten Termin erreicht worden war. Mehr als 900 Werbekampagnen habe man in Großbritannien bereits durchgeführt, unter anderem für Kunden wie Coca Cola, Penguin, Buena Vista oder L'Oreal. Die hierbei erzielte Rücklaufquote von 29 Prozent sei ein extrem hoher Wert für eine Medienplattform, stellen die Blyk-Betreiber fest. Ziel des Unternehmens ist es, die Zahl der Marken, die Blyk nutzen, bis Jahresende 2008 auf 200 zu erhöhen. (pte/red)