Zusammenstöße mit Kurden in der Türkei: 190 Kinder bei Protesten festgenommen!

31 von ihnen wurden danach sogar verurteilt Südosttürkei: Schwerste Unruhen dieses Jahrzehnts

Mit ihrem Vorgehen gegen die Kurdenproteste wird sich die Türkei bei der EU nicht unbedingt beliebt machen.Im Zuge der Zusammenstöße in der Südosttürkei wurden 190 Kinder von der Polizei festgenommen. 31 von ihnen wurden verurteilt.

Regierungsnahe Quellen erklärten, dass extremistische Kurden den Kindern aus Armenvierteln umgerechnet bis zu zwölf Euro gezahlt hätten, damit sie Steine auf die Sicherheitskräfte werfen. Dies wurde vom Kinderrechtszentrum in Diyarbakir dementiert.

In Diyarbakir starben im Zug der Unruhen unter anderen ein sechs- und ein neunjähriges Kind sowie ein 18-Jähriger. Der Gouverneur der Region erklärte, Provokateure hätten die Kinder für ihre Ziele ausgenutzt. Er forderte die Eltern auf, auf ihre Kinder aufzupassen.

Bei den in der Vorwoche aufgeflammten schwersten Kurdenunruhen in diesem Jahrzehnt in der Südosttürkei starben bis zum Wochenende insgesamt neun Menschen. Die gewaltsamen Proteste begannen beim Begräbnis von 14 Kämpfern der Arbeiterpartei Kurdistans in Diyarbakir, die Unruhen griffen später auf andere Städte über.

Kurdische Extremisten drohen unterdessen mit einer Terrorwelle. In Istanbul starben in den vergangenen Tagen vier Menschen bei Anschlägen. Die EU hatte am Freitag die Türkei aufgefordert, die Unruhen friedlich beizulegen und die Rechte der kurdischen Minderheit zu gewährleisten.

Anschlag in Istanbul: Drei Tote
Eine Gruppe Männer hat am Sonntag Istanbul Brandbomben auf einen Stadtbus in Istanbul geschleudert. Das Fahrzeug geriet anschließend außer Kontrolle und prallte gegen mehrere Menschen. Drei Personen wurden nach Polizeiangaben getötet.

Am Freitag hatte sich eine Gruppe kurdischer Extremisten zu einem Bombenanschlag in Istanbul mit einem Toten und 13 Verletzten bekannt. Die Organisation Freiheitsfalken Kurdistan sprach von einer Warnung und drohte damit, "die Türkei zur Hölle zu machen", falls die Gewalt im Südosten des Landes nicht beendet werde.

(apa/red)