"Zungenküsse möglichst unterlassen": Schulunion gegen undifferenziertes Verbot

Schikanen gegenüber Schülern werden abgelehnt Aufforderung, provokative Aktivitäten sein zu lassen

"Zungenküsse möglichst unterlassen": Schulunion gegen undifferenziertes Verbot © Bild: APA/Obermüller

Einen "Konsens" will die Österreichische Schülerunion im Hinblick auf das "Kussverbot" an einer Schule im Bezirk Wels-Land in Oberösterreich mit Schulbehörden und -partnern bei einem Treffen erreicht haben. Das gab die Schülerunion bekannt. So bleibe vom Beschluss des Schulforums lediglich die Aufforderung, provokante Aktivitäten, wie Zungenküsse, zu unterlassen.

Bei dem Treffen legte die Schülerunion Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer, dem Bezirksschulinspektor, dem Direktor der Schule und der Obfrau des betroffenen Elternvereins ihre Auslegung des Schulforums-Beschlusses dar. Diese besagt, dass "jegliche Schikanen gegenüber Schülerinnen und Schülern abgelehnt werden; alle Formen eines alltäglichen zwischenmenschlichen Umgangs unter den Schülerinnen und Schülern sind daher absolut in Ordnung."

Keine Provokationen
Es bleibe lediglich die Aufforderung, provokante Aktivitäten, z.B. zur Schau gestellte Zungenküsse o.Ä., möglichst zu unterlassen, wie es wohl auch an jedem anderen Arbeitsplatz üblich sei. Grund dafür sei ausschließlich der Schutz der Schülerinnen, z.B. um zu vermeiden, dass männliche Mitschüler Küsse einfordern, hieß es in der Auslegung der Schülerunion.

Ein "undifferenziertes Kussverbot" werde es nicht geben, so Matthias Hansy, Bundesobmann der Schülerunion. Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer betonte am Sonntag gegenüber der APA, der Beschluss des Schulforums bleibe trotz dieser Auslegung aufrecht. Er selbst könne diesen Beschluss auch gar nicht aufheben.

"Aktion Kritischer Schüler"
Das "Ritual" von Schülerinnen, sich bei Begrüßungen und Verabschiedungen vor und nach fast jeder Unterrichtseinheit innig zu küssen, habe dazu geführt, dass sich mehrere Mädchen bereits belästigt gefühlt hätten, so Enzenhofer. Für Montag hat die "Aktion Kritischer Schüler" (AKS) eine Protestaktion "Küssen gegen Kussverbot" beim Landesschulrats-Gebäude angekündigt.

(apa/red)