Zulieferkonzern von

Miba zieht sich von Börse zurück

Streubesitz: Mehrheitseigentümer Mitterbauer bietet 550 Euro je Vorzugsaktie

Miba © Bild: APA/Barbara Gindl

Die oberösterreichische Industriellenfamilie Mitterbauer will ihren Technologiekonzern Miba noch heuer von der Börse nehmen. "Das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt nicht mehr", begründete Maria-Theresia Niss, Schwester von Miba-Vorstandschef Peter Mitterbauer Junior, das Übernahmeangebot am Dienstag gegenüber der APA. Die Familie nimmt dafür rund 66,7 Mio. Euro in die Hand.

Die Börsennotiz mache keinen Sinn mehr, den Publizitätspflichten und der Organisation einer jährlichen Hauptversammlung stehe kein Nutzen mehr gegenüber. Die Finanzierung erfolge derzeit aus dem eigenen Cashflow und über Fremdkapital, nicht über die Börse, so Niss, die mit ihrem Vater Peter Mitterbauer Senior im Vorstand der Mitterbauer Beteiligungs-Aktiengesellschaft sitzt. Die AG der Mitterbauers hält an der Miba AG 100 Prozent der Stimmrechte und 83,14 Prozent am Grundkapital.

Über den Abschied von der Wiener Börse sei familienintern schon lange geredet worden, die Entscheidung sei "gemeinsam", also generationenübergreifend, gefallen, sagte Niss. Im Streubesitz sind 121.233 Vorzugsaktien. Für diese Anteilsscheine bietet die Familie Mitterbauer 550 Euro je Aktie. Damit ist das Übernahmeangebot in Summe knapp 66,7 Mio. Euro schwer.

Den Streubesitzaktionären wird der Ausstieg mit einem Preisaufschlag von fast 20 Prozent versüßt. Die Miba-Aktie kostete zuletzt am Montag an der Börse 461,05 Euro. Die Papiere werden im Marktsegment "Standard Market Auction" nur einmal täglich gehandelt, der Preis wird gegen 13.30 Uhr gebildet. Wegen des Übernahmeangebots war die Miba-Aktie vorübergehend vom Börsenhandel ausgesetzt worden.

Großteils österreichische Anleger

Laut Niss werden die Streubesitz-Aktien großteils von österreichischen Anlegern gehalten. Auch der eine oder andere Fonds sei beteiligt, so Niss. Sie geht davon aus, dass das Angebot mehrheitlich angenommen wird. Nach Ablauf des Übernahmeangebots ist dann voraussichtlich im vierten Quartal 2015 ein Squeeze-out geplant, mit dem die restlichen Aktionäre aus dem Unternehmen gedrängt werden sollen. Derzeit sind 9,33 Prozent der Aktien im Streubesitz, weitere rund 7 Prozent werden von Miba selbst gehalten.

Noch am Dienstag werde die Mitterbauer Beteiligungs-AG bei der Übernahmekommission eine Angebotsunterlage anzeigen, erklärte das Unternehmen am Dienstagvormittag in einer Pflichtmitteilung. Die Veröffentlichung des Übernahmeangebot soll demnach am 30. Juli erfolgen. Die Annahmefrist betrage ab dann voraussichtlich drei Wochen.

Die Miba AG wurde 1927 im oberösterreichischen Laakirchen gegründet. Heute entwickelt und produziert der Technologiekonzern an 22 Standorten in elf Ländern Bauteile, unter anderem für die Kfz-Industrie. Das Unternehmen hat weltweit mehr als 5.000 Mitarbeiter. Der Umsatz liegt aktuell bei 670 Mio. Euro, der operative Gewinn (Ebit) stieg im vergangenen Geschäftsjahr von 70 auf 82 Mio. Euro.

2013 hatte Franz-Peter Mitterbauer im Alter von 37 Jahren den Vorstandsvorsitz von seinem Vater übernommen. Mitterbauer Junior führt das Unternehmen damit bereits in dritter Generation. Seniorchef Peter Mitterbauer, der heuer 73 wird, leitete die Miba AG mehr als drei Jahrzehnte, er war auch viele Jahre lang Präsident der Industriellenvereinigung (IV) und Aufsichtsratschef der Staatsholding ÖIAG (nun ÖBIB).

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