Zukunftsprognose von

Die Welt 2052

"Club of Rome" zeichnet düstere Zukunft - Armut und Ungleichheit in Industriestaaten

Zukunftsprognose - Die Welt 2052 © Bild: Thinkstock

Wie wird unsere Welt im Jahr 2052 aussehen? Die Organisation "Club of Rome" liefert in ihrem Report "2052: Eine globale Vorhersage für die nächsten 40 Jahre" eine Antwort darauf. Dabei warnt der Autor Jorgen Randers davor, dass die Wirtschaft die Grenzen der Natur übersteigt. Die Erderwärmung werde bis zu dem Jahr schon viel Leid erzeugen und sich danach zudem katastrophal selbst verstärken. Es werde mehr Dürren, Fluten und verheerende Wirbelstürme geben.

Die Wirtschaft schädige mit ihrem steten Wachstum das derzeitige Klima und die Naturschätze. Sie erwirtschafte oftmals schon jetzt gar keinen Gewinn mehr, wenn der wahre Preis für die Umweltzerstörung in Rechnung gestellt würde. Immerhin werde die Bevölkerungszahl weniger stark steigen als gedacht.

Erderwärmung und Naturkatastrophen
Der Ausstoß von Treibhausgasen wird noch bis 2030 steigen und damit Randers zufolge 15 Jahre zu spät zurückgehen. Daher werde sich die Erdtemperatur nach 2052 auch um mehr als zwei Grad erwärmen. Die Marke galt als gerade noch erträglich. "Der Meeresspiegel wird um 0,5 Meter höher sein", erwartet er.

Dürren, Fluten und verheerende Wirbelstürme seien die weitere Folge. "Und im Jahr 2052 wird die Welt mit Schrecken auf weitere Änderungen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts blicken", fährt Randers fort. "Der sich selbst verstärkende Klimawandel wird die Sorge Nummer 1 sein." Das Treibhausgas Methan werde aus der auftauenden Tundra entweichen und die Erde weiter aufheizen, worauf noch mehr Permafrostboden in der Tundra auftaue.

Industriestaaten verarmen
Die Bevölkerung wird Randers zufolge nicht so stark wachsen wie gedacht. Sie wird bis Anfang der 2040er Jahre 8,1 Milliarden Menschen erreichen und dann abnehmen. Grund: Die Menschen lebten zunehmend in Städten, und Frauen erhielten mehr Bildung. Mit der Verbreitung von Bildung und Verhütungsmethoden werde bald jedes Paar über seine Kinderzahl entscheiden können. In den Megastädten bedeute ein Kind, einen Mund mehr zu füttern statt eine Hilfe mehr auf dem Acker.

Bis 2052 werde es weniger Armut in den Entwicklungsländern, jedoch mehr Armut und Ungleichheit in den Industriestaaten und überall mehr Umweltzerstörung geben, schreibt der argentinische Investmentmanager Carlos Joly in seinem Ausblick für den Report "2052". Zugespitzt gesagt sei der Grund für den Niedergang im Westen der "Triumph des Finanzkapitalismus". In der Berechnung des Bruttoinlandsproduktes fehlten Vermögenswerte der Umwelt wie Wasserressourcen, Bodenfruchtbarkeit, Lebensqualität und stabiles Klima. Kurz: Die Gewinnberechnung müsse sich ändern.

Revolution der jungen Generation?
Der jungen Generation werde der Geduldsfaden reißen, weil sie nicht länger die Umweltlasten der alten tragen wolle, schreibt das österreichische Club-of-Rome-Mitglied Karl Wagner in dem Bericht. Er sagt eine Revolution in den 2020er Jahren voraus - vergleichbar mit der von 1848 gegen das feudale Herrschaftssystem. So werde die Kultur des Konsums umschwenken auf nachhaltigeres Wirtschaften.

Randers glaubt dagegen nicht mehr an rechtzeitige Besserung: Die Menschheit werde sich nicht schnell genug ändern. Auch die komplexen und zeitraubenden Entscheidungsprozesse in Demokratien würden das verhindern. Es nütze jedoch nichts, zu verzweifeln. Dass er selbst die Hoffnung nicht aufgegeben hat, zeigt sein Schlussstatement: "Bitte helft, meine Vorhersage falsch werden zu lassen. Zusammen können wir eine viel bessere Welt schaffen."

Wer ist der "Club of Rome"?
Der "Club of Rome" ist ein Zusammenschluss von Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft. Die gemeinnützige Organisation mit rund 100 Mitgliedern aus mehr als 30 Ländern setzt sich für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. Sie will das Bewusstsein für die komplexen Probleme der Erde und mögliche Lösungen fördern.

Kommentare

ja echt lustig der Club of Dummheit in den 70er Jahren haben die Supergscheiten noch dringend eine Erhöhung der CO2 Emissionen gepriesen, um die mit 100%iger Sicherheit erforschte Abkühlung der Welt (Eiszeit) zu verhindern. Und einige Leute aus dieser Organisation sind heute noch im IPCC tätig ...die ja eine Erwärmung durch CO2 verhindern wollen. Ja, so ist der Mensch!

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Also... ...ganz einig scheint man sich auch im "Club of Rome" nicht zu sein, aber macht nix. Tatsache ist, dass die Gattung Homo sapiens es bald geschafft und empirisch bewiesen hat, dass zuviel Hirn weitaus gefährlicher ist als seine völlige Absenz . Und ein Haufen modifizierter Affen schickt einen ganzen Planeten in den Orkus. Applaus!

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Re: Also... ja, aber mit wenig Hirn würden wir noch immer in Löchern wohnen, würden noch immer mit wilden Tieren um Essen kämpfen und, was wir nie vergessen sollten, unsere Lebenserwartung würde noch immer bei 25 Jahren liegen, wie in der Steinzeit

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Re: Also... Keine Sorge, wenn wir so weitermachen sind wir bald wieder dort angelangt. Mit Vollgas vorwärts in die Vergangenheit. Das macht uns so schnell keiner nach.

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Wozu verzichten? Wir müssen auf nichts verzeichten. Fossile Energie ist ja sowieso schon viel teurer als erneuerbare Energie aus Sonne und Wind.

Mit diesen ganzen "Verzichtsschmäh" wird ja seit jahrzehnten der nötige Umstieg verzögert.

Das einzige worauf wir verzichten müssen auf Ölimpote, aber dies sind ja sowieso zu teuer, das Handelsbilanzdefizit größer als die Ölimporte.

Die gesamte Schuldenkriese von USA+EU ist ja nur weil der nötige Umstieg verzögert wurde.

Wir werden auf absolut nichts verzichten. Wir werden Elektroautos fahren mit dem Strom vom eigenen Hausdach, wir werden komfortabel wohnen,

Wir werden auch mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen. Der Treibstoff wird mit Photovoltaik in der Sahara hergestellt. Strom + CO2 + H2O kann man zu jeden beliebigen Kohlenwasserstoff verarbeiten.

freud0815 melden

Re: Wozu verzichten? ich kann mir den umstieg auf stromauto nicht leisten-obwohl ich in einem land wohne wo 300 tage die sonne scheint, kann ich mir auch kein strom vom hausdauch leisten und wenns so weitergeht, werd ich mir in diesem leben auch nie sowas ansparen können.
auf urlaub fliegt man derweil mit 69€ wenn man früh genug bucht recht weit-auch da glaube ich werden die ersten *umbau* flüge nur für die reichen und schönen sein
fazit: wenns soweit ist, werd ich wohl schon eingeäschert sein, fände es aber schön eine revolution der jungen mitzuerleben, denn die schweigen schon zu lange

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Und warum können Sie sich das nicht leisten? Weil die Industriestaaten im Westblock den Ausstieg aus dem Öl seit Jahrzehnten verzögert haben.
Geld kann man nur einmal ausgeben, und wenn man dieses zwangsweise bei der Sozialversicherung abliefert, fehlt es um eine eigene Altersversorgung auf zu bauen.

Benzin und Diesel wird zum Dumpingpreis verkauft, alles um den Umstieg aufzuhalten. Die Folge, Schuldenkrise und sinkender Lebensstandard.

http://politik.pege.org/2011-leistungsgesellschaft/usa-oelimporte.htm

freud0815 melden

Re: Wozu verzichten? wo wohnen sie denn, dass benzin und diesel zu dumping preisen verkauft wird? würden sie mir bitte ein kanisterchen schicken?

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1,70 EUR ist ein Dumpingpreis Ölimporte können nur mit Erlösen aus Exporten bezahlt werden. Auf den heiß umkämpften Exportmärkten wird es immer schwieriger. Der Volkswirtschaftliche Aufwand um den für 1 Liter Benzin nötigen Ölimport zu bezahlen dürfte bereits bei 3 bis 5 EUR liegen.

Die Regierungen müßten alles daran setzen, den Ölkonsum zu dämpfen, eine eigene ölersetzende Industrie aufzubauen. Dies wird aber bis zum Zusammenbruch ignoriert

http://politik.pege.org/2011-oil-exit/

Club of Rome Guter Name, gute Einstellung ... klingt alles recht plausibel, v.a. das mit der Revolution rückt in den Bereich des Denkbaren ...

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