Zukunftsaussichten und Optionen für AUA: Verkauf der Fluglinie rückt immer näher

Beraterteam legt "Optionenbericht" für Verkauf vor Aktie schnellte um 31 Prozent auf 4,55 Euro hinauf

Zukunftsaussichten und Optionen für AUA: Verkauf der Fluglinie rückt immer näher © Bild: APA

Ein Verkauf der Austrian Airlines (AUA) rückt näher. Heute legt der internationale Unternehmensberater Boston Consulting dem AUA-Aufsichtsrat seinen "Optionenbericht" über einen strategischen Partner für die österreichische Fluglinie vor. Auch über die Höhe des Verlusts im ersten Halbjahr wird informiert.

Die AUA-Aktie, die in den vergangenen Wochen und Monaten stark unter Druck stand, hob am Montag früh regelrecht ab: Bis kurz nach 10.30 Uhr legte das Papier um 31,12 Prozent auf 4,55 Euro zu.

Beflügelt wurde der Kurs auch durch eine Höherstufung durch Citigroup, die von "Sell" auf "Hold" besserte. Höherstuftungen waren zuletzt rar gewesen, in den vergangenen Wochen hatte es Rückstufungen gehagelt. Über den Kursanstieg dürften sich auch die verunsicherten AUA-Mitarbeiter freuen, viele von ihnen haben selber Aktien.

Der Optionenbericht, der nach allen bisherigen Informationen nach Prüfung mehrerer Partner-Varianten die deutsche Lufthansa als Partner für die AUA favorisiert, wird Basis sein für den für August erwarteten Privatisierungsauftrag in der Regierungssitzung. Erst dann darf sich die Staatsholding ÖIAG (sie hält 42,75 Prozent der Aktien) formal in Verkaufsverhandlungen begeben. Voraussetzung für den Beschluss zum Privatisierungsauftrag im Ministerrat am 12. August wird außerdem sein, dass die Noch-Koalitionspartner SPÖ und ÖVP bis dahin einig sind. Die SPÖ knüpft ihre Zustimmung zum Privatisierungsbeschluss noch immer an Bedingungen. Chancen, ins Bieterrennen zu steigen, werden auch der Aerflot eingeräumt. Zuletzt hat auch die Air China in Österreich Chancen sondiert.

SPÖ warnt vor "Verscherbelung"
Die SPÖ warnte wiederholt vor einer "Verscherbelung" der AUA an die Deutschen, die ÖVP drängt auf einen raschen Verkauf der heimischen Airline, die nach Angaben von Banken und Analysten Ende des Jahres wieder frisches Geld bräuchte. Die Lufthansa ist rund zehn Mal so groß wie die AUA. Auch der Betriebsrat ist skeptisch gegenpber der Lufthansa, rät vor einem Totalverkauf ab.(apa/red)