Zuhälter "Cretu" vor Gericht: "Ich bin
sehr friedlich, man kann das überprüfen"

Bogdan N.: "Ich wollte ihr nur Angst machen" 13 Prozent der Haut des Opfers wurden verbrannt

 Zuhälter "Cretu" vor Gericht: "Ich bin
sehr friedlich, man kann das überprüfen" © Bild: APA/Hochmuth

Er habe die Prostituierte, die wie er selbst aus Rumänien stammt, nur einschüchtern wollen: "Ich wollte ihr nur Angst machen". Zum Feuerzeug gegriffen habe sein mitangeklagter Cousin, den die Staatsanwältin als willfährigen Handlanger "Cretus" beschrieb. Daneben hatte sich auch "Cretus" Chauffeur vor dem Schöffensenat (Vorsitz: Karin Beber) zu verantworten - er soll auf "Cretus" Auftrag hin eine Plastikflasche mit der brennbaren Flüssigkeit aus dessen Auto geholt haben, damit jener in der Diskothek "Fantastique" seine Bestrafungsaktion durchführen konnte.

Anklage wegen schwerer Körperverletzung
Die Anklage lautete nicht auf versuchten Mord, obwohl die Frau lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatte. "Natürlich fragt sich jetzt jeder, ist das nicht ein versuchter Mord. Aber man muss ja den Vorsatz beurteilen. Ich glaube nicht, dass sie vor hatten, diese Frau zu töten, und auch nicht, dass sie sich während der Tat damit abgefunden haben, dass sie stirbt", erläuterte Staatsanwältin Sabine Rudas-Tschinkel. Sie habe das Trio daher wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung mit Dauerfolgen - Strafdrohung: ein bis zehn Jahre Haft - angeklagt.

Streit um "Standgebühr"
Die Prostituierte war seit längerem auf der Linzer Straße ihrem Gewerbe nachgegangen hatte sich beharrlich geweigert, "Cretus" finanziellen Forderungen nachzukommen. Als sie am 16. Mai 2010 nach Mitternacht mit zwei Kolleginnen die Diskothek "Fantastique" aufsuchte, soll der Zuhälter laut Anklage beschlossen haben, sie zu bestrafen.

"Zünd sie an!"
Gemeinsam mit seinem Cousin soll er die Frau zunächst mit Schlägen in ein Zimmer befördert und mit den Worten "Willst du endlich zahlen? Du schuldest mir bereits 3.000 Euro" das Geld verlangt haben. Als die Rumänin neuerlich verneinte, soll ihr "Cretus" Cousin auf den Befehl "Zünd sie an!" zunächst die Haare angesengt haben. Danach schickte "Cretu" seinen ebenfalls anwesenden Chauffeur nach einer Flasche Benzin.

Wer die Frau mit der Flüssigkeit übergossen hatte, blieb in der Verhandlung unklar. Während "Cretu" seinen Cousin belastete, versicherte dieser, jener habe das erledigt und auch zum Feuerzug gegriffen. Auch das Opfer selbst, das im Vorfeld kontradiktorisch einvernommen wurde und inzwischen das Land verlassen hat, hatte das "Cretu" zugeschrieben.

Jener stellte das wortreich in Abrede: "Ich? Warum? Ich bin Nichtraucher. Wahrscheinlich hat man ihr Geld angeboten, dass sie sagt, ich habe sie angezündet und nicht der Zweitangeklagte." "Cretu" bestritt auch die im Raum stehende Tötungsabsicht: "Hätten wir was Schlimmeres machen wollen, hätten wir sie von der Straße weggebracht und in den Wald gebracht und niemand hätte etwas gemerkt." Das deckte sich mit der Verteidigungsstrategie seines Verteidigers Rudolf Mayer, der betonte, die inkriminierte Tat sei "das typische Denkzettel-Geben in diesem Milieu".

Opfer stand bis zu 60 Sekunden in Flammen
Das Opfer hatte laut Gerichtsmedizinerin Elisabeth Friedrich zweit- und drittgradige Verbrennungen im Gesicht, Kopf- und Halsbereich, an der Brust und an den Händen erlitten. 13 Prozent der Körperoberfläche waren verbrannt. Die Expertin schätzte, dass die Frau 30 bis 60 Sekunden in Flammen stand, ehe es ihr gelang, die Flammen einzudämmen. Beim Löschversuch verbrannten auch ihre Hände. Die Schwere der Verletzungen bezeichnete Friedrich als lebensgefährlich.

Die Verhandlung wird am 14. März fortgesetzt.

(apa/red)

Kommentare

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ja sehr friedlich ist er... ... es ist auch ganz typisch für einen friedlichen Menschen dass er ab und an mal andere Menschen anzündet...

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Re: ja sehr friedlich ist er... wieso wird dem überhaupt ein Prozess auf unsere Kosten gemacht?

Ich sage:

Zündet ihn an.... ganz friedlich natürlich....

mfp7764 melden

Re: ja sehr friedlich ist er... Weg mit dem arsch,du sagst es.

Berndorferbaer melden

Re: ja sehr friedlich ist er... warum anzünden? das kostet ein fläschchen benzin, zu teuer für solche abnormale typen. stein um den hals, die donau wartet schon.

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