Zugunglücke in Vorarlberg mit vier Toten: Derselbe Lokführer steuerte beide Züge!

Meldung wurde nicht an Zugführer weitergeleitet Mann, Polizisten & Leichenbestatter wurden getötet

Eine Woche nach den Zugunfällen auf der Bahnstrecke zwischen Lochau und Bregenz wurden neue Details bekannt: In beiden Fällen steuerte der selbe Lokführer den Zug. Der erfahrene Mitarbeiter könnte wahrscheinlich für beide Unfälle nichts, so ÖBB-Pressesprecher Rene Zumtobel.

Nach dem ersten Vorfall meldete der 45-Jährige, der in der Früh einen Regionalzug fuhr, seine Vermutung vorschriftsmäßig der ÖBB-Leitstelle Innsbruck: Er hatte eine Erschütterung wahrgenommen, berichtet das ORF Landesstudio Vorarlberg. Die Strecke wurde abgesucht - jedoch ohne Ergebnis.

Für die ÖBB war der Vorfall damit abgeschlossen, so Pressesprecher Rene Zumtobel. Es habe keinen Grund gegeben, den Lokführer außer Dienst zu stellen. Wie sich später herausstellte, war ein 18-Jähriger aus Wolfurt von einem Zug erfasst und getötet worden.

Stunden später suchte ein Polizeiteam die Bahnstrecke erneut ab. Die ÖBB seien entsprechend informiert worden, so die Polizei. Bei den ÖBB sei die Meldung nicht bis an den Lokführer weitergeleitet worden, sagte ÖBB-Gewerkschafter Lerch. Der Lokführer habe den Eurocity ahnungslos in Lindau übernommen.

Dies führte schließlich zu einem zweiten Bahnunfall, bei dem zwei Polizisten und ein Leichenbestatter getötet wurden. Die drei Menschen waren gerade mit der Bergung der Leiche des Wolfurters und der Spurensicherung beschäftigt, als sie von dem Eurocity-Zug erfasst wurden. Die Suche nach der Fehlerquelle läuft.

(apa/red)