Zugunglück in Spanien: Bisher 19 Tote geborgen

Menschliches Versagen als Auslöser bestätigt

Zugunglück in Spanien: Bisher 19 Tote geborgen

Doppeltes menschliches Versagen war vermutlich die Ursache des schweren Zugunglücks im Südosten Spaniens, bei dem mindestens 19 Menschen getötet wurden. Nach ersten Ermittlungen hat zum einen der Stationsvorsteher in Chinchilla ein Signal falsch gestellt. Zum andern soll der Lokführer des Schnellzuges Madrid-Cartagena vom Donnerstag ohne Erlaubnis aus dem Bahnhof abgefahren sein.

Der mit 87 Reisenden besetzte Schnellzug kollidierte drei Minuten später auf der eingleisigen Strecke mit einem entgegenkommenden Güterzug. Der Unfall am Dienstag war das schwerste Bahnunglück seit 30 Jahren in Spanien. Über die Zahl der Toten herrschte auch zwei Tage nach der Tragödie noch Unklarheit. Verkehrsminister Alvarez- Cascos teilte am Donnerstag mit, dass bei dem Unglück wenigstens 19 Menschen ums Leben gekommen seien.

Zuvor waren die Behörden von 26 Toten ausgegangen. Nach dem Abschluss der Bergungsarbeiten war von 21 Opfern die Rede. Der Wirrwarr entstand, weil sich die Opfer in den völlig zerstörten Erste-Klasse-Waggons an der Spitze des Schnellzuges befunden hatten. Diese Wagen brannten bei Temperaturen bis zu 1.800 Grad völlig aus. In dem Flammen-Inferno blieben von den Toten nur kleine Überreste zurück.

Nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft RENFE steht es fest, dass der Stationsvorsteher in Chinchilla das Signal für den Schnellzug auf "Grün" gestellt hatte, obwohl ein Güterzug entgegenkam. Der 37-Jährige bemerkte seinen Fehler unmittelbar nach der Abfahrt des Zuges. Er konnte den Schnellzug jedoch nicht mehr stoppen.

Der Stationsvorsteher wies jedoch darauf hin, dass er dem Schnellzug nicht die Abfahrtserlaubnis gegeben habe. Ein Zug darf einen Bahnhof nämlich nur dann verlassen, wenn das Signal auf "Grün" steht und obendrein der Stationsvorsteher mit einer grünen Flagge oder einer Kelle freie Fahrt gibt. (APA)