Zugangsbeschränkungen für Universitäten:
Hahn will großem Uni-Ansturm Herr werden

Wissenschaftsminister fordert "Drei-Stufen-Plan" Freut sich über jeden, der "wirklich" studieren will

Zugangsbeschränkungen für Universitäten:
Hahn will großem Uni-Ansturm Herr werden © Bild: APA/Hochmuth

Angesichts des Studentenansturms hat Wissenschaftsminister Johannes Hahn an die Universitäten appelliert, von der Möglichkeit für Zugangsbeschränkungen Gebrauch zu machen. Solche Aufnahmeverfahren in Fächern, in denen es einen Numerus clausus (NC) in Deutschland gibt, sind Teil von Hahns vorgestelltem "Drei-Stufen-Plans", mit dem der Minister der aufgrund der prognostizierten Studentenzahl "schwierigen Situation" an den Unis begegnen will.

Hahn stellte klar, dass er sich als Wissenschaftsminister über jeden freue, der "wirklich" an einer Uni studieren wolle. Für diese müsse man aber "faire und solide Rahmenbedingungen" schaffen, was angesichts des "dramatischen Anstiegs" der Studentenzahl immer schwieriger werde. So rechnet der Generalsekretär im Wissenschaftsministerium, Friedrich Faulhammer, mit einem Zuwachs von rund 20 Prozent auf bis zu 300.000 Studenten, die Zahl der Studienanfänger dürfte um rund 15 Prozent auf bis zu 45.000 steigen. Zusätzlicher Druck entstehe durch deutsche Studenten, die dem Numerus clausus in ihrem Heimatland entfliehen wollen.

Treffen mit Rektoren
Deshalb sollten die Unis von der im Universitätsgesetz (UG) verankerten Möglichkeit für Zugangsbeschränkungen Gebrauch machen, sagte Hahn, der deshalb die Rektoren in der kommenden Woche zu sich eingeladen hat. Alle Unis, an denen das betreffende Studium angeboten wird, müssen für die Einführung solcher Beschränkungen einen Antrag stellen, dem die Regierung zustimmen muss. Laut Hahn hat die SPÖ Unterstützung für solche Maßnahmen signalisiert. Voraussetzung dafür ist, dass durch "die erhöhte Nachfrage ausländischer Staatsangehöriger die Studienbedingungen in diesen Studien unvertretbar sind", wie es im UG heißt.

"Studienchecker"
Weiter will Hahn "bestmögliche Unterstützung" junger Menschen bei der Studienwahl gewähren. Dazu soll die Studien- und Berufsberatung "Studienchecker", die derzeit als Pilotprojekt in drei Bundesländern läuft, bundesweit ausgedehnt werden. "Zum Zeitpunkt der Matura soll jeder wissen, was er studieren soll", sagte Hahn, der sich davon auch Entlastung in Massenfächern erwartet.

Schließlich wiederholte Hahn seine Forderung nach "fairen Studienbeiträgen". Diese hätten eine positive Wirkung entfaltet, etwa die Steigerung der Prüfungsaktivität, der Erfolgsquote und eine Verkürzung der Studiendauer. Er wiederholte sein Angebot an die SPÖ, jene rund 150 Mio. Euro, die die Unis für den Entfall der Studiengebühren erhalten, "im System zu belassen" und für Stipendien zu verwenden. Angesichts des klaren Nein der SPÖ zur Wiedereinführung der Studiengebühren betont Hahn, "nicht hinreichend naiv genug zu sein, um zu glauben, dass wir bald wieder Studienbeiträge haben. Ich verlange aber von der SPÖ eine Diskussion, um spätestens in der nächsten Legislaturperiode wieder dieses Steuerungsinstrument zu haben." Die ÖVP habe sich in der Bildungsdebatte bewegt, nun erwartet sich der Minister "Bewegung von der SPÖ".

(apa/red)